Batman: Arkham Knight – Ein gelungener Abschluss?

Wer den Operator kennt, weiß, dass er großer Batman-Fan ist. Und so hat er natürlich auch die Entwicklung von Batman: Arkham Knight, den (vorerst) letzten Teil der Arkham-Reihe, genau mitverfolgt. Viel wurde im Laufe der Entwicklung angekündigt: Gotham City als Schauplatz, man darf das Batmobil fahren, und vieles mehr. Seit dem 23.06.2015 ist das Spiel nun draußen und der Operator hat es seitdem auf dem PC über 20 Stunden lang gespielt. Dabei sind ihm einige Sachen negativ aufgefallen, die er hier nun näher erörtern möchte.

Achtung: Hier kann und wird es zu Spoilern kommen. Wer das Spiel also noch nicht gespielt hat, sollte nicht mehr weiterlesen.

Batman: Arkham Knight

Gotham City

Als es hieß, der Schauplatz von Batman: Arkham Knight ist Gotham City, war die Freude des Operators groß: Im ersten Teil (Arkham Asylum) beschränkte sich das Geschehen noch auf eine Irrenanstalt, in Arkham City hat man dann einen abgesperrten Teil von Gotham City besucht. In Arkham Origins war man zwar auch in Gotham City, dieses unterschied sich aber im Großen und Ganzen nicht wesentlich von Arkham City, abgesehen von der etwas größeren Spielfläche. In Arkham Knight sollte man also nun endlich das „richtige“ Gotham City besuchen dürfen, doch die Ernüchterung machte sich schon gleich nach dem Intro breit: Gotham City ist nahezu menschenleer, da die Stadt von der Polizei evakuiert wurde. Das ist extrem enttäuschend, denn es gibt zwar natürlich noch Verbrecher, aber trotzdem ist man wieder nur in einer Geisterstadt unterwegs und nicht in einer lebendigen Open-Word-Spielfläche, wie man sie zum Beispiel von GTA V kennt.

Gotham City ist Batmans Stadt.
Gotham City ist Batmans Stadt.

Das Batmobil

Bereits in Arkham Asylum bekam man es kurz zu Gesicht, selbst fahren durfte man es dort aber nicht. Das ändert sich nun mit Arkham Knight und das Batmobil hat zwei verschiedene Modi: Den regulären Auto-Modus und einen Kampfmodus. Problem an der Sache ist, dass das Batmobil viel zu häufig zum Einsatz kommt und es sich so schnell abnutzt. Die Kämpfe gegen feindliche Fahrzeuge sind überdies äußerst repetitiv und verlieren schnell an Faszination. Hinzu kommt noch, dass man als Spieler manchmal schlicht und ergreifend einfach nicht die Freiheit hat, ob man denn nun das Batmobil nutzen oder lieber zu Fuß unterwegs sein will. Das schränkt ziemlich ein und dämpft den Spielspaß doch sehr, vor allem wenn man schon wieder gegen 20 oder mehr Fahrzeuge kämpfen muss. Anders als bei den normalen Kämpfen, die Batman mit seinen Fäusten und Gadgets austrägt, ist hier nahezu keinerlei Taktik gefragt. Schnarch! Als das Batmobil im Laufe des Spiels zerstört wird, hat sich der Operator gar vor Freude die Hände gerieben, aber natürlich (NATÜRLICH!) hat Batman noch ein Ersatz-Mobil in seiner Garage stehen.

Das Batmobil ist ohne Frage cool, kommt aber viel zu häufig vor.
Das Batmobil ist ohne Frage cool, kommt aber viel zu häufig vor.

Der Joker

Der Joker war der Dreh- und Angelpunkt aller bisheriger Arkham-Spiele und das ändert sich auch leider mit Arkham Knight nicht: Zwar ist der Joker am Ende von Arkham City gestorben und wer auf eine Auferstehung gehofft hat, wird leider enttäuscht, dennoch spielt der Joker auch im letzten Arkham-Kapitel eine äußerst wichtige Rolle und zwar als Teil von Batmans Visionen. Versteht mich nicht falsch, der Joker ist ein sehr wichtiger Gegner für Batman und quasi das Negativbild des dunklen Ritters, aber nach drei Teilen hat er sich einfach abgenutzt und auf ein Wiedersehen in Arkham Knight hätte man durchaus verzichten können. Stattdessen hätte man Charaktere wie Two-Face oder auch Scarecrow sowie den titelgebenden Arkham Knight stärker in den Fokus rücken können, aber das ist leider nicht passiert.

Wer ist der Arkham Knight? Der Operator verrät es natürlich nicht!
Wer ist der Arkham Knight? Der Operator verrät es natürlich nicht!
Der Clownprinz des Verbrechens wird zu Beginn des Spiels zwar eingeäschert, ein Wiedersehen gibt es aber dennoch.
Der Clownprinz des Verbrechens wird zu Beginn des Spiels zwar eingeäschert, ein Wiedersehen gibt es aber dennoch.

Die PC-Fassung

Hier wurde ganz großer Mist gebaut und ganz egal, ob es Publisher Warner Bros., Entwickler Rocksteady oder das für die PC-Portierung zuständige Studio Iron Galaxy verbockt hat: Die PC-Version von Batman: Arkham Knight ist in der jetzigen Form eine reine Katastrophe: Unterirdische Performance, ein Framerate-Lock von 30 fps, fehlende Effekte, Abstürze, niedrig aufgelöste Texturen… Die Liste an Problemen ist seitenlang und so ist es kaum verwunderlich, dass Warner Bros. den Verkauf auf Steam inzwischen eingestellt hat. An einer fehlerbereinigten Version wird angeblich bereits fieberhaft gearbeitet, doch warum hat man das nicht gleich so gemacht? Als PC-Käufer gibt man circa 50 Euro für das Spiel aus und da darf man auch einen fehlerfreien Titel erwarten. Dem Operator ist das Spiel bisher zum Glück nur einmal abgestürzt und abgesehen vom FPS-Limit, den schlechten Texturen und fehlenden Effekten konnte er es bisher ohne große Performance-Einbrüche spielen, weshalb er den Titel auch nicht zurückgegeben hat. Aber dennoch: So etwas haben PC-Spieler nicht verdient und Warner Bros. hätte die PC-Fassung lieber um ein oder zwei Monate verschieben sollen, statt den Gamern dieser Welt eine derart unfertige Fassung vor die Füße zu schmeißen.

Selbst Batman ärgert sich über die miserable PC-Fassung.
Selbst Batman ärgert sich über die miserable PC-Fassung.

Fazit

Batman: Arkham Knight ist ein gutes Spiel (und auch die PC-Fassung wird dies irgendwann bestimmt sein), die Ziele von Rocksteady waren aber einfach zu ambitioniert und die Erwartungen zu hoch, um es allen recht zu machen. Besonders das Batmobil ist zu omnipräsent und auf Dauer schlicht langweilig, aber auch der Joker wurde inzwischen zu oft eingesetzt, um noch wirklich begeistern zu können. Die hervorragende (wenn auch etwas vorhersehbare) Story, das Gameplay und die Synchronsprecher (der Operator spielt auf Englisch) entschädigen aber für die Design-Schwächen und so ist Batman: Arkham Knight unterm Strich zwar nicht der krönende Abschluss der Reihe, aber verdammt nah dran. In diesem Sinne: Be the Batman!

Hui, das war knapp!
Hui, das war knapp!
Scarecrow führt Böses im Schilde.
Scarecrow führt Böses im Schilde.
Wer hat Angst vorm Flattermann?
Wer hat Angst vorm Flattermann?
Batman™: Arkham Knight
Batman™: Arkham Knight
Entwickler: Rocksteady Studios
Preis: 19,99 €

Herrenhäuser, Zombies, Herzinfarkte!

Im Jahr 1997 gab es genau zwei Wörter, die des Operators Blut in den Adern gefrieren ließen:

RESIDENT EVIL

Entdeckt hatte er das Spiel auf einer Demo-CD des inzwischen nicht mehr bestehenden Spiele-Publishers Virgin Interactive. Die CD-ROM bot Videos/Trailer und auch die ein oder andere Demo-Version zu neuen PC-Spielen und lag der Zeitschrift PC Games bei. Heutzutage wäre es natürlich undenkbar, dass ein ab 18 Jahren freigegebenes Spiel einfach so einem Heft beiliegt, das keine Altersbeschränkung hat. Aber 1997 haben die Uhren noch anders getickt und so konnte es der damals zwölfjährige Operator kaum erwarten, das Spiel zu installieren und auszuprobieren. Mächtig großer Fehler.

Resident Evil: Zombie

Gleich nach dem ersten Spielstart wurde er vom Capcom-Logo begrüßt, anschließend folgte ein kurzes Filmchen, bei dem ein Mann zu bedrohlich klingender Musik einen Flur entlang geht. Plötzlich hört er ein Geräusch hinter sich, dreht sich um und schreit. Die Kamera zoomt auf seine weit aufgerissenen Augen herein und dann spritzt Blut und das Hauptmenü erschien. Ganz schön harter Tobak, vor allem wenn man erst 12 Jahre alt ist. Dem Operator war jetzt schon etwas unbehaglich, aber er startete das Spiel trotzdem. Nach der Auswahl der Spielfigur (Chris Redfield oder Jill Valentine, der Operator entschied sich für Chris Redfield, dessen einzige Waffe zu Beginn ein Messer ist) folgt auch sogleich das Intro. Aus heutiger Sicht ist es absolut trashig, aber wie weiter oben schon geschrieben: 1997 haben die Uhren noch anders getickt. Besonders war auf jeden Fall, dass das Video nicht gerendert war, sondern stattdessen echte Menschen aus Fleisch und Blut gezeigt wurden, was den Realismusgrad enorm gesteigert hat. Den Begriff „Schauspieler“ hat der Operator an dieser Stelle übrigens bewusst vermieden. Aber schaut es euch am besten selbst an:

Besonders geil und kultig ist übrigens die Vorstellung der einzelnen Charaktere am Ende des Videos. Unbedingt anschauen!

Aber zurück ins Jahr 1997: Der Operator war nach dem Intro schon sehr angespannt und nach einer weiteren kurzen Video-Sequenz in Spielgrafik machte er die ersten Schritte als Chris Redfield durch das auf den ersten Blick verlassen wirkende Herrenhaus, das durch die spärliche Beleuchtung und die durch die Fenster hereinzuckenden Blitze sehr bedrohlich wirkte. Aber die Neugier war größer als die Vernunft und der Operator wollte wissen, was passiert. Und so schlich er sich vorsichtig als Chris Redfield durch einen großen Speisesaal und ging durch die Tür in der hinteren rechten Ecke des Raumes. Dort war ein Korridor. Er ging nach links um eine Ecke und was er dort entdeckte, sollte sein Leben für immer verändern. Ja, das klingt melodramatisch, aber hat auch Wahres! Ein weiteres Video wurde abgespielt, diesmal wieder in Spielgrafik (Nur das Intro und die verschiedenen Outros wurden mit Menschen gedreht) und der Operator begegnete seinem ersten Zombie:

Klar, aus heutiger Sicht ist nur noch die schlechte Grafik erschreckend, aber damals war das State-of-the-Art und als der abgetrennte Kopf auf die Seite fiel und das zur Hälfte abgenagte Gesicht gezeigt hat, wurde Gaming-Geschichte geschrieben. Dem kleinen Operator raste das viel zu große Herz in seiner viel zu engen Brust und an seinen Händen klebte kalter Schweiß. Unerfahren und überfordert versuchte er, den Zombie mit seinem Messer abzustechen, was natürlich mächtig nach hinten losging und zur Folge hatte, dass sein Charakter von dem Zombie gefressen wurde, was das Spiel auch noch schön im Close-Up zeigte. Es ging also wieder von vorne los. Diesmal war der Operator jedoch ein wenig schlauer und nahm direkt die Beine in die Hand, statt sich dem Zombie zu stellen. Später im Spiel fand er zum Glück eine Handfeuerwaffe mit lächerlich wenig Munition. Aber es war besser als das Buttermesser, das er bisher bei sich trug.

Doch es blieb keine Zeit zum Durchatmen. Atmen war überhaupt schwierig, saß der Operator doch angespannt, verängstigt und mit aufgerissenen Augen vor dem PC und bahnte sich weiter seinen Weg durch das Herrenhaus. Er begegnete weiteren Zombies und überstand die Kämpfe nur schwer verletzt. Die Munition war inzwischen aufgebraucht und so klammerte er sich wieder an sein Messer und hoffte, er würde keinem weiteren Zombie mehr begegnen. Das würden weder Chris Redfield, noch das Herz des Operators überleben. Dem Tode geweiht und nur sehr schleppend ging es Stück für Stück vorwärts, bis der Operator einen weiteren Flur betrat. In der Mitte davon lag ein Zombie auf dem Boden. Aber der war ja zum Glück tot und konnte dem Operator nichts anhaben. Dachte er jedenfalls. Als er dem leblosen Körper nämlich näher kam, griff besagter Zombie plötzlich nach dem Bein des Operators. In Panik hämmerte er wie bekloppt auf die Tastatur rum (der Operator, nicht der Zombie) und Chris Redfield trat dem Zombie blutig den Kopf ein. Das war zu viel. Der Operator beendete auf der Stelle das Spiel und rührte es die nächsten Tage nicht mehr an.

Der Operator hatte an diesem Tag zwei wichtige Lektionen gelernt:

  1. Für manche Dinge ist man einfach noch zu jung. *
  2. Nur wenn ein Zombie in seiner eigenen Blutlache liegt, ist er auch wirklich tot.

Aber an diesem Tag ist noch etwas anderes passiert: Der Operator entwickelte eine Faszination für Zombies und Horrorfilme, die bis zum heutigen Zeitpunkt nicht abgerissen hat. Und kein Spiel konnte ihm seitdem jemals so viel Angst einjagen wie Resident Evil.

Am 20. Januar 2015 erscheint Resident Evil HD Remaster, eine auf dem 2002 veröffentlichten GameCube-Remake basierende und überarbeitete Fassung des Horror-Klassikers und der Operator kann es kaum erwarten, wieder das mysteriöse Herrenhaus zu betreten. Und diesmal ist er vorbereitet!

* Den Eltern des Operators war es übrigens egal, welche Spiele er gespielt und was für Filme er geschaut hat. Aber es ist ja trotzdem was aus ihm geworden.

Resident Evil / biohazard HD REMASTER
Resident Evil / biohazard HD REMASTER