Jurassic World: Der Park ist eröffnet!

Als der Operator an Silvester 1994 zum ersten Mal Jurassic Park auf VHS gesehen hat, kam er aus dem Staunen nicht mehr raus. Echte Dinosaurier in einem revolutionären Film, der für damalige Verhältnisse perfekt inszeniert wurde. Und selbst heute, 22 Jahre nach dem ersten Teil, kann sich Jurassic Park immer noch sehen lassen und bis auf ein paar wenige Szenen wirken die CGI-Dinos immer noch realistisch. Die Fortsetzung The Lost World: Jurassic Park hat der Operator dann 1997 im Kino gesehen und auch die findet er gut, auch wenn er damit wohl ziemlich alleine steht. Teil 3 war jedoch ein Desaster und obwohl Jurassic Park 4 bereits 2005 erscheinen sollte, sorgten Schwierigkeiten und Unzufriedenheiten mit dem Drehbuch immer wieder dazu, dass sich das Dino-Spektakel verzögert hat. Und zwar um ganze 10 Jahre.

Jurassic World

 

Da ist er also nun, der neueste Teil der Dinosaurier-Reihe. Statt Jurassic Park: Extinction – so der ursprüngliche Arbeitstitel von Jurassic Park 4 – heißt der neueste Ableger der Dino-Saga schlicht Jurassic World und erstmals in der Geschichte der Jurassic-Park-Filmreihe sehen wir den Park in Aktion, inklusive Steakhouse, Bar und Dino-Streichelzoo für die Kleinen. Die Handlung des Films ist schnell zusammengefasst, aber das war sie auch schon beim allerersten Jurassic Park. Darum geht es also: Der Park ist seit 2005 eröffnet und um gegen sinkende Besucherzahlen anzukämpfen, haben sich die Park-Betreiber etwas ganz Besonderes in Form einer neuen Attraktion einfallen lassen: Indominus Rex. Dabei handelt es sich um einen im Labor gezüchteten Dinosaurier-Hybriden, der unter anderem aus der DNA von T-Rex, Velociraptor und Tintenfisch gezüchtet wurde. Indominus Rex bedeutet so viel wie „erbitterter/ungezähmter König“ und optisch erinnert der komplett weiße Dino noch am ehesten an einen übergroßen Tyrannosaurus Rex mit langen Armen. Jedenfalls soll eben dieser Indominus Rex für neue Besucherrekorde sorgen, doch natürlich geht etwas schief und der Dino kann sich aus seinem Stahl- und Beton-Gefängnis befreien und sorgt für Panik, Terror und viel Schaden.

Jurassic Park ist ähnlich zusammengefasst und bei der Rahmenhandlung gleichen sich beide Filme durchaus: Millionär klont Dinos, baut einen Park, etwas geht schief, Dinos brechen aus, Menschen sind in Gefahr. Mehr braucht es nicht, um Jurassic Park aufs Wesentliche herunterzubrechen. Unterschiede gibt es natürlich dennoch, denn bei Jurassic World haben wir dieses Mal einen voll funktionsfähigen Freizeit-Park, quasi Disneyland mit Dinosauriern. Man sieht also zum ersten Mal, wie der Park im eröffneten Zustand aussieht und Menschen auf der ganzen Welt magisch anzieht. Bei Jurassic Park war der namensgebende Park noch nicht eröffnet, stattdessen haben Wissenschaftler quasi die geschlossene Beta-Version des Parks besucht. 22 Jahre später ist John Hammonds Vision endlich auf der Kinoleinwand Realität geworden und als Zuschauer kann man alle Attraktionen von Jurassic World aus nächster Nähe betrachten. Und mal ganz unter uns: Das ist ein Park, den der Operator auf jeden Fall besuchen würde, selbst die schieren Menschenmassen, die sich auf dem Gelände aufhalten, würden ihm nichts ausmachen. Na gut, vermutlich würde der Operator die meiste Zeit im Streichelzoo verbringen und die Baby-Dinos knuddeln, aber das tut hier nichts zur Sache! Selbst eine Ikone wie der sagenumwogene DZGH-ARMY Operator hat einen weichen Kern! Doch genug von mir, zurück zu Jurassic World:

Eine Karte von Jurassic World (http://www.jurassicworld.com/park-map/)
Eine Karte von Jurassic World (http://www.jurassicworld.com/park-map/)

Colin Trevorrow, der Regisseur dieses Films und des Independent-Streifens Safety Not Guaranteed behandelt die Original-Vorlage aus dem Jahr 1993 ehrfürchtig, gibt dem Franchise aber auch eigenständige Impulse, die den Fortsetzungen mitunter gefehlt haben. Aber natürlich gibt es hier und da auch mehrere Szenen, die dem Original Tribut zollen, ohne aber jedoch imitierend zu wirken. Der Operator will hier bewusst nicht spoilern, aber wer beim ersten Jurassic Park die Szene mit dem kranken Triceratops mochte oder auch den allerersten T-Rex-Angriff noch lebendig in Erinnerung hat, wird bei Jurassic World ähnliche Szenen vorfinden, die allerdings mehr als einfach nur eine 1:1-Kopie sind.

Als der Operator den ersten Trailer zu Jurassic World gesehen hat, befürchtete er, dass die dressierten und offenbar gezähmten Velociraptoren plötzlich zu Schoßhunden verkommen sind, aber so ist es zum Glück ganz und gar nicht. Die Mädchen sind immer noch verdammt clever und gefährlich wie eh und je. Dieses Verhältnis zwischen Mensch und Dinosaurier, das auf gegenseitigem Vertrauen basiert, ist aber ein interessantes Element, das in einer bereits bestätigten Fortsetzung sicherlich noch näher beleuchtet wird. Zumindest gibt Jurassic World genügend Hinweise darauf, wie eine Weitererzählung der Geschichte aussehen könnte.

Fazit

Jurassic World hatte ein großes Erbe anzutreten, dies ist dem Film aber eindrucksvoll gelungen. Nicht nur, dass die Geschichte rund um den Dino-Park ins 21. Jahrhundert befördert wird, auch verleiht Jurassic World der Reihe neue Impulse und Denkanstöße. Fans finden es vielleicht schade, dass außer BD Wong und dem T-Rex aus dem ersten Teil sonst niemand aus der ursprünglichen Trilogie dabei ist, aber das ist auch gut so, denn welchen Grund sollten Dr. Ian Malcolm oder Alan Grant haben, den Park, der immerhin schon seit 2005 eröffnet ist, plötzlich noch mal zu besuchen. Es war schon ein geschickter Zug der Filmmacher, bewusst auf neue und frische Charaktere zu setzen, anstatt die alten Protagonisten wieder den gleichen Gefahren auszusetzen. Bryce Dallas Howard, Chris Pratt, Vincent D’Onofrio und auch Jake Johnson passen perfekt in die Welt eines Abenteuers, das vor über 65 Millionen Jahren begonnen hat.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.