Schöne neue Bücherwelt

Es geht doch nichts über ein richtiges Buch in der Hand, in dem man noch blättern kann und das nach Papier riecht.

Diese Meinung hat der Operator jahrelang vertreten, doch dann kam es, dass er sich Mitte Februar den Kindle von Amazon bestellt hat. Er hatte ihn ein paar Tage zuvor beim Blasenbär gesehen und fand das Gerät auf den ersten Blick eigentlich gar nicht mal so schlecht. Und so pflanzte sich diese Idee in seinen Kopf (der Kopf vom Operator, nicht der vom Blasenbär), dass der Kindle durchaus eine brauchbare Alternative zu richtigen Büchern wäre. Kurz darauf wurde der Kindle dann bestellt und wie immer kam die Lieferung auch sehr schnell an.

Seitdem ist der Operator von dem Gerät begeistert, dabei kann man damit eigentlich „nur“* Bücher lesen.
Das beherrscht der Kindle allerdings so gut, dass der Operator restlos überzeugt ist.

* Der Kindle besitzt auch einen experimentellen Webbrowser, dieser ist aber nicht ohne Grund extra als solcher gekennzeichnet.

 

Durchdachtes Design

Der Kindle lässt sich intuitiv bedienen und dank einer praktischen Schritt-für-Schritt-Anleitung bei der Ersteinrichtung kann man auch nicht viel falsch machen: Datum und Uhrzeit einstellen, den Kindle mit dem Amazon-Konto verknüpfen und schon kann es losgehen.

Zum Umblättern von Seiten besitzt der Kindle auf der linken und rechten Seite zwei Kippschalter zum Vor- respektive Zurückblättern. So kann man entweder mit der linken oder rechten Hand durch digitale Bücher blättern. Bei vielen anderen eReadern befinden sie die Tasten zum Blättern oft unterhalb des Displays, weshalb eine einhändige Navigation durch Bücher dadurch meistens nicht gegeben ist.

So sieht der Kindle unmittelbar nach dem Auspacken aus: Auf dem Display wird angezeigt, dass man ihn mit einer Stromquelle verbinden soll.

 

Sinnvolle Ergänzungen

Auf dem Kindle sind der Duden und das Oxford-Dictionary vorinstalliert. Wenn man beispielsweise ein englischsprachiges Buch liest, aber die Bedeutung eines Wortes nicht kennt, dann kann man einfach mit dem Vier-Wege-Kreuz zu dem gewünschten Wort navigieren und es wird sofort eine (englischsprachige) Erklärung angezeigt. Es besteht aber auch die Möglichkeit, sich ein Deutsch-Englisch-Wörterbuch zu kaufen und dies als Standardwörterbuch festzulegen, so dass direkt die deutsche Übersetzung angezeigt wird.
Dies gestaltet das Lesen von englischsprachigen Büchern ungemein einfacher: Auch wenn man flüssiges Englisch spricht, so kann es doch mal vorkommen, dass man ein bestimmtes Wort nicht kennt. Bei regulären Büchern muss man das Buch immer erst zur Seite legen und in einem Wörterbuch bzw. mit dem Smartphone das gesuchte Wort nachschlagen. Das dauert zu lange, ist umständlich und stört den Lesefluss. Beim Kindle lassen sich Wörter einfach auf dem Gerät selbst nachschlagen, während man sich noch im Buch befindet. Einfacher geht es kaum.

Anders als bei einem richtigen Buch kann man beim Kindle auch die Schriftart und -größe einstellen, weshalb das Gerät auch für ältere Leute mit nachlassendem Sehvermögen gut geeignet ist.

 

Besser als ein Tablet

Tablets können zwar viel, aber dafür auch vieles nicht richtig bzw. nur halb – je nach Anwendungsgebiet. Wer wirklich nur Bücher lesen will, ist mit dem Kindle besser dran: Der Kindle ist leichter als ein Tablet, hat eine längere Akkulaufzeit und dank des E-Ink-Displays kann man auch draußen in der Sonne lesen. Da das Display nicht beleuchtet ist, ermüden die Augen auch nicht so schnell wie bei einem Tablet. Kurzum: Es liest sich wirklich wie in einem echten Buch.

 

Kritikpunkte sind vernachlässigbar

Ganz klar: Hier und da muss sich der Kindle natürlich auch Kritik gefallen lassen. In den Augen des Operators ist diese aber vernachlässigbar.
Trotzdem sollen die Kritkpunkte nicht unerwähnt und -kommentiert bleiben:

  • Ein echtes Buch verbraucht keinen Strom: Richtig, aber ein echtes Buch wiegt auch viel mehr. Und wenn man im Urlaub oder auf Reisen mehrere Bücher mitnehmen möchte, hat man schon bald ein Gewichtsproblem. Außerdem muss der Kindle – je nach Leseverhalten und Einstellungen – nur alle paar Wochen aufgeladen werden, da Strom quasi nur beim Umblättern bzw. bei eingeschaltetem Wi-Fi verbraucht wird.
  • Der Kindle kann keine .epub-Dateien öffnen: Das stimmt: Der Kindle verwendet ein eigenes Format von Amazon für eBooks. Damit lassen sich elektronische Bücher, die man woanders gekauft hat, nicht mit dem Kindle öffnen. Wenn diese Bücher DRM-frei sind, also keinen Kopierschutz besitzen, dann kann man sie allerdings mit der kostenlosen Software Calibre bequem konvertieren und auf den Kindle übertragen. Und mal ganz unter uns: Bei der in Deutschland geltenden Buchpreisbindung spielt es sowieso keine Rolle, wo man die Bücher kauft, da die Preise fast überall gleich sind. Wem das als Gegenargument nicht reicht, dem wird vielleicht die nahtlose Verzahnung mit dem Kindle-Shop von Amazon überzeugen: Bücher lassen sich auf dem Gerät einfach kaufen und verwalten und dank der „Whispersync“-Technologie von Amazon wird die zuletzt gelesene Seite in einem Buch mit Amazons Servern synchronisiert, so dass man auch bei mehreren Geräten immer auf dem aktuellen Stand bleibt.
  • Der Kindle hat kein 3G: Auch das stimmt: Der aktuelle Kindle ohne Hardwaretastatur verfügt nur über Wi-Fi, aber andererseits sind Bücher auch keine Sache, die man unbedingt unterwegs kaufen muss. Und wenn man doch nicht auf 3G verzichten kann, dann greift man halt zum Vorgängermodell mit 3G.

 

Der beste eReader

Der Operator hat es schon eingangs erwähnt: Er ist restlos überzeugt und begeistert vom Kindle: Der unschlagbar günstige Preis gepaart mit intelligenten Zusatzfunktionen und einer intuitiven Bedienung sprechen eine klare Sprache.
Und seitdem der Operator im Besitz eines Kindles ist, liest er auch wieder viel mehr als früher, eben weil man den Kindle aufgrund der kompakten Größe und des geringen Gewichts überall mitnehmen kann.
Wer sich einmal von seinen alten Lesegewohnheiten verabschiedet hat, der möchte so schnell kein „normales“ Buch mehr lesen. Für den Operator ist der Kindle, und das hätte er selbst nicht gedacht, die beste Technikanschaffung der letzten Monate. Und damit macht der Kindle seinem Namen alle Ehre, denn die Leselust vom Operator wurde aufs Neue entfacht.

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