Geschreibsel – Auszüge aus einem unveröffentlichten Buch

Im Dezember des Jahres 2010 hatte der Operator bereits einige Zeilen aus seinem bisher unveröffentlichten Buch hier zur Schau gestellt.

Die Arbeiten an dem Buch, das übrigens auf den klangvollen Namen „Egotrip“ hört, liegen aufgrund von fehlender Zeit im Moment leider auf Eis. Außerdem ist der Operator mit dem Weg, den die Geschichte eingeschlagen hat, mittlerweile nicht mehr zufrieden, so dass erst einmal große Umstrukturierungen anstehen, bevor der Kurs wieder aufgenommen werden kann.

Nichtsdestotrotz ist es mal wieder an der Zeit für einen Auszug, schließlich kann dieses kostbare Kleinod der Literatur nicht einfach in Vergessenheit geraten.

Finn saß zusammen mit seinem Bier und gebratenen Nudeln in Käsesauce aus der Mikrowelle auf der Couch und hatte zur Hintergrundberieselung den Fernseher eingeschaltet. Es lief irgendeine reißerische Reportage über aufmüpfige und besserwisserische Teenager. Finn schenkte dem Programm jedoch nur wenig Beachtung. Eigentlich hatte er den Fernseher auch nur eingeschaltet, um sich nicht so alleine zu fühlen, und Geräusche um sich herum zu haben.

„Fick dich, du dumme Schlampe!“ tönte es aus dem Fernseher. Mutter und Tochter hatten sich mal wieder in den Haaren. Die Tochter beschimpfte ihre Mutter, rannte anschließend wutentbrannt aus dem Wohnzimmer und knallte dabei die Tür hinter sich zu. Zurück blieb eine in sich zusammengesunkene Mutter, die weinte. Die Kamera hielt die ganze Zeit natürlich drauf. Geht ja schließlich um die Quoten. Reportagen über heile Familien will schließlich niemand sehen. Wäre auch viel zu unrealistisch, wenn sich alle gut verstehen und nie streiten würden. Außerdem geht es dem Mensch besser, wenn er weiß, dass es noch andere Leute gibt, deren Leben beschissener und inhaltsloser als das eigene ist. Da fühlt man sich gleich viel wohler.

Der Dramaturgie wegen schaltete der Sender am Klimax der Streiterei zur Werbung über. Finns Zeichen, den Sender zu wechseln.

Mit der Bierflasche in der linken und der Fernbedienung in der rechten Hand bahnte er sich seinen Weg durch das allabendliche TV-Programm. Auf dem Naturkundesender lief eine Dokumentation über das Sexualverhalten von Pandabären. Es ging speziell um einen männlichen Pandabär, der einfach nicht ficken wollte, um das Aussterben seiner Rasse zu verhindern. Also taten die Menschen, was sie für das Beste hielten: Sie setzten ihn auf Diät und ließen ihn Pornos schauen.

Finn schaltete um. Er hatte den Quizsender erwischt.

Nennen Sie 3 Tiere, die mit „H“ beginnen, lautete das Rätsel des heutigen Abends, das sich vermutlich die ganze Nacht lang hinziehen wird.

Finn stöhnte genervt und schaltete den Fernseher aus. Er stand auf, um seinen mittlerweile leeren Teller in die Küche zu bringen.

Er hatte es sich gerade wieder auf der Couch gemütlich gemacht und einen Schluck von seinem Bier genommen, als es an seiner Haustür klingelte. Finn nahm einen weiteren Schluck und ging zur Tür, um sie zu öffnen.

„Hi…“ Vor ihm stand das rote Sommerkleid. „Kann ich reinkommen?“

Finn machte einen Schritt zur Seite und Amanda betrat die Wohnung.

Kleine Randbemerkung zum Schluss: Der Teil mit dem sexfaulen Panda ist nicht etwa ausgedacht, sondern den hat der Operator vor geraumer Zeit tatsächlich mal in der Zeitung gelesen. Eine kurze Recherche im Internet bestätigte den Wahrheitsgehalt der Geschichte. Verrückte Welt!

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