EdM – Black Swan

Der Operator war für euch… nein, das war gelogen, fangen wir noch einmal von vorne an:

Der Operator war für sich im Kino, um den Film „Black Swan“ von Regisseur Darren Aronofsky anzusehen. Der Film hat dem Operator so gut gefallen, dass es hier eine Empfehlung für euch (diesmal stimmt es!) gibt.

Doch worum geht es eigentlich genau?

Nina Sayers, dargestellt von Natalie Portman, ist eine ehrgeizige Balletttänzerin und hat die Hauptrolle im Stück „Schwanensee“ erhalten.
Durch ihr zierliches und fragiles Erscheinungsbild wirkt sie wie geschaffen für die Rolle des weißen Schwans. Doch für die Rolle des schwarzen Schwans, in den sich der weiße Schwan im Laufe des Stücks verwandelt, scheint sie nicht die passende Besetzung zu sein: Der schwarze Schwan, der gekonnt mit Lust und Leidenschaft spielt und sich von seinen Gelüsten, Trieben und Emotionen leiten lässt, scheint einfach nicht zu ihr zu passen.
Doch die nach Perfektion strebende Nina will ihrem Umfeld, aber vor allem sich selbst beweisen, dass sie auch für den schwarzen Schwan die Idealbesetzung ist und geht bis an ihre Grenzen und darüber hinaus, um ihr Ziel zu erreichen und zur Personifikation des schwarzen Schwans und allem, was er verkörpert zu werden.

Mehr Worte sollen an dieser Stelle auch gar nicht über die Handlung verloren werden, um die Spannung des Films nicht zu nehmen.

Aufräumen mit Vorurteilen

Leider wird der Film von den gängigen Medien etwas verzerrt dargestellt respektive beworben und wenn man andere Filme von Darren Aronofsky nicht kennt, kann man schnell falsche Erwartungen an den Film haben. Der Operator will deshalb mit den gängigsten Vorurteilen bzw. Falschaussagen aufräumen:

  • Dies ist kein Ballettfilm: Na klar, in dem Film geht es um die Balletttänzerin Nina und um die Aufführung des Ballettstücks „Schwanensee“. Aber der Film handelt dennoch nicht von Ballett, jedenfalls nicht ausschließlich und hauptsächlich. Es geht viel mehr um menschliche Abgründe und die Erforschung der eigenen Persönlichkeit und darüber, wie weit man bereit ist zu gehen, um eine bestimmte Sache zu erreichen.
  • Dies ist kein Lesbenfilm: Auch wenn man mit Natalie Portman und Mila Kunis zwei bildschöne, junge Frauen in den Hauptrollen besetzt hat, zwischen denen es auch sexuell knistert: Es geht in „Black Swan“ nicht um die homosexuelle Be- und Anziehung zweier Frauen. Ja, die berühmt-berüchtigte „Sexszene“ zwischen Natalie Portman und Mila Kunis ist in dem Film, aber um den körperlichen Akt der Liebe geht es in dem Moment gar nicht. Und auch sonst spielt die gleichgeschlechtliche Liebe an sich keine Rolle in dem Film. Wer Lesben sehen will, sollte sich lieber einen entsprechenden Porno anschauen.
  • Dies ist kein Sexfilm: Auch wenn der Film mit den Worten „Ein abgefahrener psychosexueller Thriller“ (Das Zitat stammt aus dem Magazin „Variety“ und ziert das deutsche Filmplakat) beworben wird, das ist er nicht, beziehungsweise: Die Betonung bei dem Zitat liegt mehr auf „psycho“ und viel weniger auf „sexuell“. Genau wie beim zweiten Punkt gilt auch hier: Wer Sex sehen will, soll sich einen Porno anschauen, aber nicht mit dieser Erwartungshaltung in den Film gehen. Sexuelle Spannungen zwischen verschiedenen Personen sind aber trotzdem vorhanden, so viel zur Klarstellung.

Warum der Film empfehlenswert ist:

Kommen wir zur eigentlichen Bewertung: Es gibt gleich mehrere Gründe, warum der Film vom Operator eine Empfehlung und einen eigenen Artikel verdient, der Übersichtlichkeit halber wieder in Form einer Aufzählung:

  • Stimmiges Gesamtbild: Musik (vor allem die Vermischung von klassischer Musik und Filmscore), Schauspieler, Kameraführung, Dramaturgie… Es passt einfach alles zusammen. Genau so, wie man es von Aronofsky gewohnt ist.
  • Einblicke in die menschliche Psyche: Dieser Punkt lässt sich nur schwer beschreiben, ohne direkt zu viel zu verraten, aber so viel sei gesagt: Es wird auf interessante und packende Art gezeigt, wie schnell die Grenzen zwischen Realität und Fantasie verschwimmen können, wenn man voll und ganz auf eine Sache fixiert ist.
  • Natalie Portman: Nicht nur, dass sie 10 Kilo für die Rolle der Nina abgenommen hat, sie nahm auch ein intensives Balletttraining (Ballett hat sie übrigens auch schon als Kind getanzt) auf sich, um ihre Rolle überzeugend darzustellen. Hinzu kommt ihre schauspielerische Leistung, die man so noch nie zuvor in einem Film mit ihr gesehen hat.
  • Darren Aronofsky: Der Mann versteht es einfach, unglaublich verschiedene und packende Geschichten zu erzählen. Es gibt viele gute Regisseure, aber Aronofsky gehört eindeutig mit zu den abwechslungsreichsten. So verwundert es natürlich nicht, dass „Black Swan“ in keinster Weise seinen anderen Filmen gleicht, sondern etwas Neues und Eigenständiges ist.

Eine Entwarnung gibt es übrigens bei der deutschen Synchronisation: Der Film wurde sehr gut übersetzt, was leider nicht immer eine Selbstverständlichkeit ist.

Doch jetzt gilt: Schaut euch den Film an und macht euch eine eigene Meinung!

Trailer

httpvh://www.youtube.com/watch?v=5jaI1XOB-bs

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