Aktuelles – Nächtliche Nörgeleien

Lange ist es her, dass sich der Operator das letzte Mal so richtig ausgekotzt hat. Doch nun ist es mal wieder an der Zeit. Seit dem letzten „Seelen-Striptease“, wie man es melodramatisch nennen könnte, hat sich eine Menge angestaut, doch eine chronologische Aufzählung wäre mehr als fehl am Platz.

Stattdessen schreibt der Operator einfach über Dinge, die ihm spontan einfallen und holt somit zum Rundumschlag aus. Heute Abend zum Beispiel: Eigentlich hatte der Operator heute eine Verabredung fürs Kino, doch kurz vorher (3 Stunden, um genau zu sein), wurde ihm abgesagt. Tja, passiert. War zwar ärgerlich, aber lässt sich leider nicht ändern.

Doch der Operator machte das Beste aus der Situation und hörte stattdessen das neue Album Audio Secrecy von Stone Sour. Das hat er nämlich vorbestellt und wurde ihm heute per Post geliefert. Wäre seine Verabredung nicht in letzter Sekunde abgesprungen, hätte er so schnell keine Zeit gefunden, sich das Album in Ruhe anzuhören. So hatte die Absage auch etwas Gutes. Von wegen immer positiv denken und so. Doch nicht umsonst heißt dieser Artikel Nächtliche Nörgeleien, und aus genau diesem Grund muss sich der Operator so langsam mal über ein paar Dinge aufregen.

Zum Beispiel über die Tageszeitung: Man kann heutzutage nicht einen einzigen Artikel lesen (und sei er noch so kurz), ohne mindestens zwei Rechtschreib- oder Grammatikfehler zu finden. Klar, auf Lektoren wird geschissen, schließlich muss gespart werden! Aber sollten die entsprechenden Redakteure bzw. Autoren bzw. Journalisten nicht trotzdem die Zeit haben, ihre Artikel noch einmal durchzulesen, bevor sie letztendlich veröffentlicht werden? So viel Zeit müsste eigentlich sein. Dem Operator wäre es jedenfalls mehr als peinlich, wenn seine Artikel mehr als offensichtliche Fehler beherbergen würden. Doch damit scheint er ziemlich allein zu stehen, denn schlechte Recherche respektive Rechtschreibung scheint immer beliebter zu werden. Frei nach dem Motto: „ß“? Nie was von gehört. Doch damit nicht genug: Wörter werden falsch getrennt, und die deutsche Grammatik wird ob der vielen Flüchtigkeitsfehler ganz bequem über den Haufen geworfen. Schließlich wissen es über 90% der Leser sowieso nicht besser. Warum sich also die Mühe machen? Um sich selbst weiter zu bilden, und weniger Fehler zu machen?

Drauf geschissen! Hauptsache, die Auflage stimmt! Klar: Flüchtigkeitsfehler kommen vor, und selbst der Operator macht welche. Aber wenn man wirklich in fast ausnahmslos jedem Artikel Fehler findet, dann muss man sich doch echt fragen, was da eigentlich verkehrt läuft. Aber solange die Auflage stimmt, ist die Qualität der Artikel anscheinend egal, und damit meint der Operator nicht nur falsche Rechtschreibung, sondern auch schlechte Recherche. Warum nimmt man sich nicht mehr die Zeit, um die Fakten zu recherchieren? Sollte das Zeitungswesen wirklich dermaßen verkommen sein, so dass nur noch die Anzahl der Artikel, nicht aber die Richtigkeit und Qualität derer wichtig ist?!

Kein Wunder, dass die Auflagen immer weiter sinken: Das Internet ist einfach viel aktueller und schneller, und Rechtschreibfehler werden doch a) leichter verziehen und können b) unbemerkt korrigiert werden. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass man c) Artikel noch schnell auf ihre Richtigkeit überprüfen kann; Suchmaschine sei Dank!

Aber trotzdem haben Printmedien immer noch ihre Daseinsberechtigung: Am Frühstückstisch oder auf dem Klo liest es sich mit Papier in der Hand einfach viel einfacher. Aber schade, dass man sich keine Zeit mehr nimmt, um auch die Qualität zu überprüfen. Da bleibt nur zu hoffen, dass es irgendwann einen Umschwung geben wird, und man sich wieder mehr Mühe geben wird. Viel mehr Aufwand ist das schließlich auch nicht, und die Seriosität steigt ungemein. Aber genug genörgelt – jedenfalls für den Moment! Zeit für den Operator ins Bett zu gehen. Es ist schließlich schon spät.  

Der Operator verkündet: Schalten Sie auch das nächste Mal wieder ein!