Produkttest – The Return of the Twitter

Was für eine Überschrift!  Aber so ist es, liebe Freunde der DZGH-ARMY! Heute folgt der unangekündigte zweite Teil des Twitter-Tests! Teil 1 liegt jetzt schon einige Monate zurück, doch seitdem hat sich viel getan. Neue Twitter-Apps sprießen wie Pilze aus der Erde, und man kommt gar nicht mehr mit. Welche App ist gut, welche App taugt überhaupt nichts?

Damit ihr euch nicht die Finger schmutzig machen müsst, hat der Operator das für euch gemacht, und herausgekommen ist ein ellenlanger Artikel, der jedem Lesemuffel den Tag vermiesen würde. Doch der Operator hat auch bunte Bildchen eingebaut, von wegen Abwechslung und so!

Desktop-Anwendungen

Seesmic Desktop 2

Der verwirrte Waschbär ist zurück! Seesmic Desktop 2 ist der Nachfolger von Seesmic Desktop, und löst zeitgleich Seesmic for Windows ab. Das neueste Produkt der französischen Entwickler befindet sich zwar noch im Beta-Stadium, macht aber schon jetzt einen ausgereiften Eindruck.

Wie auch schon bei Seesmic for Windows erhält man in einem Fenster einen Überblick über neue Tweets, Mentions und Direct Messages, ohne zwischen verschiedenen Ansichten umherschalten zu müssen.
Weitere Neuerung: Dank der neuen User Streams API von Twitter erhaltet ihr neue Tweets in Echtzeit.
Darüber hinaus beherrscht das Programm natürlich auch die Basis-Funktionen wie das Verkürzen von Links oder den Upload von Bildern. Ersteres muss man über ein eigenes Auswahlfeld machen, und geschieht nicht automatisch, sobald man einen Link in den Tweet einfügt.

Desktop-Benachrichtigungen, Animationen und Bilder-Thumbnails runden das Gesamtbild ab.

Übrigens: Eine Version für Mac OS X ist ebenfalls unterwegs und soll bald veröffentlicht werden.

Nicht jugendfreie Tweets mussten leider zensiert werden ;)
Praktische Notifications informieren über neue Tweets

blu

blu ist ein minimalistischer Client, der gänzlich anders aufgebaut ist als Seesmic Desktop 2.
Das Programm setzt voll auf die Funktionen der Windows Presentation Foundation (WPF) von Windows Vista/7, und bietet verspielte, aber dennoch dezente Animationen, eine sehr ansprechende Oberfläche und einiges an Features. Nach dem Start sieht man direkt die Timeline (nachdem man mit einer schicken Animation begrüßt wurde) und kann neue Tweets lesen. Direct Messages und Mentions offenbaren sich erst nach Klick auf den entsprechenden Button in der Fußleiste. Neue Nachrichten kann man ebenfalls erst nach einem zusätzlichen Klick schreiben. Links werden automatisch beim Einfügen verkürzt, so dass man wertvolle Zeichen sparen kann.

Das Design ist sehr durchdacht, dabei aber trotzdem auf das Nötigste beschränkt. Das Programm gleicht eher einem Instant-Messenger, als einer Twitter-App, lässt aber dennoch keine Features missen. Trotzdem ist die Anwendung nicht ganz so komfortabel zu bedienen wie Seesmic Desktop 2.

Wer eine Twitter-Anwendung ohne viel Drumherum sucht, ist mit blu bestens bedient.

Sexy: Der Startvorgang von blu
Die Timeline inklusive Notifications
Stets im Blick: Der Zeichenzähler im Hintergrund

Mobil twittern

Seesmic for Android

Der verwirrte Waschbär ist einfach überall, und macht auch auf Android-Geräten eine gute Figur!

Die Oberfläche wirkt aufgeräumt und ist durchdacht:
Anhand von Tabs kann man schnell zwischen verschiedene Ansichten wechseln, und einen neuen Tweet schreibt man über einen Druck auf die Menütaste und Auswahl der entsprechenden Option.
Schade allerdings: In der normalen Timeline sieht man wirklich nur die eigenen Tweets und die der Follower, nicht aber Mentions. Dafür muss erst die Ansicht gewechselt werden.

Dafür besteht aber die Möglichkeit, mehr als nur einen Twitter-Account zu verwalten.
Neuerdings bietet die App auch Unterstützung für Google Buzz, aber da der Operator diesen Dienst nicht nutzt, kann er darüber leider keine Aussage treffen.
Zu guter Letzt sorgen Background-Notifications dafür, dass ihr nichts mehr verpasst, selbst dann nicht, wenn die App nicht aktiv läuft.

Das positive Gesamtbild wird durch ein kleines Widget abgerundet, das automatisch durch die neuesten Tweets scrollt, und die Möglichkeit bietet, einen neuen Tweet zu verfassen.

Die Timeline von Seesmic: Schön und schlicht
So sieht es aus, wenn man einen Tweet schreibt
Das Widget. Nicht mehr, aber auch nicht weniger

Touiteur

Ebenfalls für Android erhältlich, und wie Seesmic auch aus Frankreich.
Und wie bei Seesmic ist auch die Oberfläche schön aufgeräumt und übersichtlich, und zudem hat man bei Touiteur die Wahl zwischen einem hellen und einem dunklen Theme. Und wer es richtig bunt mag, kann jeden Tweet mit einer anderen Farbe versehen.
Vorteil gegenüber Seesmic: In der Timeline werden auch Mentions angezeigt. So muss man nicht erst die Ansicht wechseln. Praktisch: Bei Druck auf eine Mention wir automatisch der gesamte Verlauf der Konversation ausgeklappt, ohne das man die aktuelle Timeline verlassen muss.

Aber auch das Widget ist bei Touiteur nützlicher, da man durch die Tweets scrollen kann, und auch mehr als nur ein Tweet im Widget angezeigt wird. Leider vermisst die kostenlose Basisversion einige grundlegende Funktionen, wie z.B. das Verkürzen von Links. Das geht erst mit der Premiumversion, die mit EUR 1,99 zu Buche schlägt. Wer auf der Suche nach einem kostenlosen und leistungsstarken Twitter-Client ist, sollte daher lieber zu Seesmic greifen. Allerdings: Die knapp 2 Euro tun nicht weh und sorgen dafür, dass die Entwicklung der App am Leben erhalten wird.

Die Timeline. Schön dunkel, genau so wie der Operator es mag. Gibt es aber auch in einer hellen Variante. Die ist aber hässlich ;)
Beim Verfassen eines Tweets wird die Timeline nicht verlassen.
Das Widget von Touiteur ist besonders gut gelungen und das schönste im Test

Twitter for Android

Ganz  unter uns: Das war nix!
Twitter bietet seit April 2010 auch eine offizielle App an, die aber gegenüber anderen Produkten haushoch versagt: So funktioniert zum Beispiel die Benachrichtigungs-LED bei Notifications nicht, und auch die Oberfläche ist im Vergleich zu anderen Clients wesentlich karger.
Einen entscheidenden Vorteil bietet die App dann aber doch: Die Verknüpfung mit euren Kontakten im Adressbuch. Leuten, denen ihr bei Twitter folgt, erscheinen auf Wunsch auch im Adressbuch eures Smartphones oder werden bei bereits vorhandenen Kontakten direkt mit denen verknüpft. So habt ihr jederzeit global die Möglichkeit, mit euren Kontakten über Twitter zu kommunizieren.
Für alles andere sollte man dann aber lieber eine der vielen Alternativen verwenden.

Die Übersicht der offiziellen Twitter-App. Die Wolken und der Vogel bewegen sich übrigens.

Na ja... Hübsch sieht anders aus. Hässlich ist die Timeline aber nicht. Könnte aber etwas mehr "Bling-Bling" vertragen...
Das Widget. Passt vom Aussehen her definitv zum Rest...

TweetDeck for Android

Die App ist seit einer Woche in einer öffentlichen Beta-Phase und wird seitdem ständig verbessert: Bugs werden behoben und es kommen neue Funktionen hinzu. Kurzum: Die App ist noch ziemlich unfertig und eine Baustelle!
Das hält den Operator aber natürlich nicht davon ab, die App trotzdem zu testen.

Die Oberfläche kommt in schicken dunklen Farben daher und reagiert sehr flüssig. Die Timeline, Mentions und Direct Messages werden in drei verschiedenen „Columns“ unterteilt, zwischen denen man ganz einfach mit einem Fingerwisch wechseln kann. Die Schrift ist standardmäßig ziemlich groß. Das sieht zwar gut aus, aber so werden natürlich nur wenige Tweets angezeigt. Seit kurzem lässt sich die Schriftgröße aber einstellen und anschließend sogar auf Wunsch tweeten: Man muss der Welt ja schließlich mitteilen, welchen Schriftgrad man nun nutzt.
Viel mehr gibt es an dieser Stelle jetzt auch nicht zu sagen, da die App noch nicht ihren finalen Status erreicht hat. Vieles wirkt noch rudimentär und nicht so schön integriert wie bei anderen Clients. Aber auf jeden Fall sieht TweetDeck in der jetzigen Form schon ziemlich vielversprechend aus und sollte unbedingt im Auge behalten werden!

Die Timeline ist in Spalten unterteilt.
Großzügiger Platz beim Schreiben eines neuen Tweets
Für die Columns lassen sich individuelle Einstellungen vornehmen

Seesmic for iPhone

Boah, ist denn der Operator immer noch nicht fertig?! Liest doch sowieso kein Schwein!

Einen hat er aber noch: Hierbei handelt es sich um das iPhone-Pendant des verwirrten Waschbären. Sie bietet fast alle Funktionen wie die Android-Version (abgesehen vom Widget und Hintergrundbenachrichtigungen), und kann darüber hinaus noch mit anderen sozialen Netzen, darunter Facebook, MySpace und Tumblr, verknüpft werden.
Wer gleich bei mehreren Netzwerken angemeldet ist, und nicht für jedes eine eigene App haben will, ist mit Seesmic for iPhone also bestens bedient. Aber auch für Leute, die nur Twitter nutzen, ist die App einen Blick wert.

Ein seriöser Blick ist heutzutage das A und O

Die Timeline
Dieser Tweet wird leider nie das Licht der Welt erblicken...

Twitter for iPhone

Muahahaha, verarscht! Es folgt nämlich noch eine weitere App:

Damit iPhone-Nutzer nicht mit leeren Händen ausgehen, hat Twitter im Mai 2010 kurzerhand eine offizielle App für Apple-Geräte veröffentlicht. Im Gegensatz zur Android-Variante wurde diese App jedoch nicht von Grund auf neu programmiert. Man hat stattdessen einfach den äußerst beliebten Client „Tweetie“ genommen, ihn ein wenig angepasst und dann unter neuem Namen unter das Volk geworfen. Das geht jedoch mit rechten Dingen zu, weil Twitter nämlich einfach den Softwareentwickler hinter Tweetie unter Vertrag genommen hat.
Die Original-App hat mehrere Auszeichnungen gewonnen und zum Glück wurde sie durch den Twitter-Aufkauf nicht grundlegend verändert, so dass sie sich immer noch durch das ansprechende Design und die einfache Bedienung auszeichnet.

Wer Waschbären nicht mag, ist mit Twitter for iPhone bestens bedient!

Die Twitter-Timeline von Twitter

Der Operator verspricht: Ende Gelände!