Aktuelles – Weihnachten im Sommer

Am Wochenende wird der Briefkasten grundsätzlich am meisten mit Werbung in Form von kleinen bunten Prospekten zugeschüttet.

So auch diesen Samstag.

Der Operator sortierte die Spreu vom Weizen, als er plötzlich ein Prospekt voll mit Weihnachtsartikeln in seiner Hand hielt.

Und das Ende August.

Von der Titelseite lachten mir bereits kleine Weihnachtsmänner und Rentiere entgegen. Im Innenteil ging es dann erschreckend weiter mit Baumschmuck, Teelichtern, Kerzenhaltern, Schneemännern, Lebkuchen, Spekulatius und kleinen Deko-Schlitten.

Ich warf einen Blick nach draußen.

Die Sonne schien. Das Thermometer zeigte knapp 20 Grad an. Wer kommt bei diesen Temperaturen bitteschön auf die Idee, sich für Weihnachten einzudecken? Also der Operator ganz bestimmt nicht und andere Menschen sollten das auch nicht. Es ist schließlich, und ich schreibe es gerne nochmal, erst Ende August. Weihnachten ist erst Ende Dezember.
Aber vielleicht sollte ich, trotz Boykotteur von Weihnachten, schon mal anfangen, das Haus festlich zu schmücken und den Heiland zu preisen. Lieber zu früh, als zu spät. Bei der Gelegenheit könnte ich dann auch direkt Geschenke für die lieben Mitmenschen einkaufen und verstecken, damit sie nicht gefunden werden. Bis Weihnachten ist es schließlich noch ein gutes Stück hin. Und die Woche vor Weihnachten kommt dann direkt schon Oster-Feeling auf, weil ich selbst die Geschenke, die ich vor Monaten eingekauft habe, suchen darf, da ich mittlerweile vergessen habe, wo ich sie versteckt habe.
Während ich dann die Geschenke so suche, nimmt meine Nase dann zufällig den Geruch von Tod und Verwesung wahr. Und da fällt es mir wieder schlagartig ein: Vielleicht hätte ich den kleinen Hundewelpen, der extra in einen Karton mit Luftlöchern eingepackt wurde, hin und wieder Essen und Trinken geben sollen. Jetzt ist es natürlich schon zu spät, um noch ein neues Hunde-Baby zu kaufen. Die besten Exemplare gingen schließlich schon vor Monaten über den Ladentisch. Ende August, um genau zu sein.
Tja, dumm gelaufen. Mit etwas Glück finde ich aber eine Tankstelle, die noch geöffnet hat und schon Osterhasen verkauft. Dann könnte ich einen von diesen kleinen, goldenen Schoko-Hasen mit Glöckchen kaufen und dem mumifizierten Welpen das Schleifchen samt Glocke um den Hals schnallen. Dann würde es wenigstens weniger makaber aussehen.
Und als Briefbeschwerer oder Türstopper sollte er allemal noch taugen.

Zurück in der Gegenwart: Der Operator schnappt sich die mittlerweile ausgelesenen Prospekte und legt sie zum Altpapier. An Weihnachten mag er Ende August noch nicht denken, dafür ist es einfach noch zu früh.

Sollten aber nächste Woche in Supermärkten bereits Weihnachtslieder gespielt werden, dann stirbt nicht nur meine Geduld…

In diesem Sinne: Frohe Weihnachten, meine Brüder und Schwestern. Und Friede auf Erden!