Aktuelles – Die Sache mit dem Deppenapostroph

Viele haben ihn schon gesehen, doch so richtig wahrgenommen haben ihn, wenn überhaupt, nur die wenigsten.
Die Rede ist vom Deppenapostroph. Doch bevor ich mich darüber auslassen kann, muss ich vorher ein wenig ausholen:

Ich bin eigentlich kein Anhänger von „Rettet die deutsche Sprache“-Aktionen, weil sich eine lebendige Sprache ständig im Wandel befindet, ähnlich wie bei der Evolution: Hin und wieder kommen zwar Kuriositäten vor, doch im Endeffekt setzt sich das Richtige durch. So auch in der deutschen Sprache: Zwar nimmt das „Denglische“ ab und an Überhand, aber schlussendlich verringert sich der Gebrauch von Anglizismen auf ein, für den Normalsterblichen, vernünftiges Maß. Gute Wörter, wie z. B. „Service Center“ werden übernommen, und schlechte einfach wieder abgestoßen.

So viel also dazu, doch es gibt eine Sache, die mich tierisch nervt und über die ich mich auslassen will:

Dem Deppenapostroph!

Wahlweise auch als Idiotenapostroph bekannt.

Doch was hat es mit dem Deppenapostroph auf sich?

Wer kennt das nicht? Man geht durch die Innenstadt oder – passend zur Jahreszeit – über den Weihnachtsmarkt und kommt an allerlei Geschäften und Buden vorbei. Doch was muss das empfindliche Auge lesen?
„Jutta’s Brezelbude“, „leckere Champignon’s“ und „Weihnacht’s Bonbons“ sind nur einige Beispiele von vielen.

Dabei könnte es doch so einfach sein: „Juttas Brezelbude“, „leckere Champignons“ und „Weihnachtsbonbons“ sieht nicht nur besser aus, sondern ist auch grammatikalisch korrekt.

Doch was hat es für Ursachen, dass der Deppenapostroph immer häufiger verwendet wird? Liegt es daran, dass die Menschheit immer dümmer wird? Oder vielleicht doch daran, dass keinen Wert mehr auf eine korrekte Schreibweise gelegt wird? Oder will man einfach nur so cool sein wie unsere englischsprachigen Mitmenschen? Man weiß es nicht genau… Fakt ist aber, dass der Deppenapostroph seinen Ursprung in der englischen Sprache hat: Dort ist es nämlich üblich (und korrekt), wenn man Sachen wie „Mike’s Sports Club“ schreibt. Im Deutschen gibt es so etwas offiziell jedoch nicht. Lediglich in einem Sonderfall darf man einen Apostroph verwenden: Und zwar, wenn z. B. ein Name auf „S“ endet: Angenommen, nicht Jutta, sondern Jonas würde die oben genannte Brezelbude gehören, so müsste es korrekt „Jonas‘ Brezelbude“ lauten.
Wie dem auch sei, von weiteren Grammatikregeln will ich mal absehen und verweise stattdessen einfach auf ein paar Internetseiten:

Bleibt zum Schluss nur noch eine Frage: Wann hört das Ganze auf?
Andererseits: Irgend einen Grund zum Aufregen muss der Mensch bzw. der Operator ja auch haben.

In diesem Sinne: Schaltet auch beim nächsten Mal ein, wenn es wieder heißt:
Der Operator regt sich sinnlos über Sinnloses auf!