Guilty Pleasures: Teil 3

Jede Reihe braucht mindestens eine Trilogie, so auch die Guilty Pleasures des Operators. Das sind Filme, die zwar schlecht sind, die der Operator aber dennoch extrem unterhaltsam findet. Und da der Operator ein Herz für Trash hat, folgt hier nun mit Teil 3 der glorreiche Abschluss dieser Reihe. Aber wer weiß, vielleicht gibt es irgendwann doch noch ein Reboot, Prequel oder einfach eine zweite Trilogie. Nur die Zeit wird es uns verraten können, Baby!

Für alle, die erst einmal ihr Wissen auffrischen wollen, hier gibt es die ersten beiden Teile:

Godzilla (1998)

Der erste Ausflug der mutierten Riesenechse nach Hollywood sorgte für mächtig Ärger unter Fans: Godzilla sieht nicht aus wie Godzilla, Godzilla hat keinen radioaktiven Atem, Godzilla ist weiblich, die Baby-Godzillas sind übergewichtige Velociraptoren… Die Liste kann quasi endlos fortgesetzt werden. Doch auch wenn Godzilla aus dem Jahr 1998 nicht zu den filmischen Glanzleistungen gehört, die Witze aufgesetzt wirken und die Schauspieler oftmals hölzern spielen: Wer einfach nur einen Film sehen will, in dem eine Riesenechse New York in Schutt und Asche legt, der ist bei Roland Emmerichs Blockbuster-Interpretation genau richtig. Also vergesst alles, was an dem Film schlecht ist und erfreut euch einfach an zwei Stunden sinnloser Zerstörung mit atemberaubenden Effekten. Zumindest damals. Heute sehen die nicht mehr so gut aus. Ehrlich, Jurassic Park aus dem Jahr 1993 hat sich besser gehalten. Aber hey, nennen wir es einfach „Nostalgie“.

Movie 43

Hier handelt es sich um verschiedene Comedy-Clips, die durch eine Rahmenhandlung zusammengehalten werden. Allerdings auch nur ganz lose und obendrauf ist die Meta-Geschichte in der internationalen Fassung gänzlich anders als in den USA. Bonus-Tipp vom Operator: Wer die Blu-ray aus UK bestellt, erhält nicht nur den Extended Cut der internationalen Fassung, zusätzlich ist auch noch die US-Fassung mit auf der Scheibe. Wer auf unterirdisch schlechte Witze, dreckigen und politisch definitiv nicht korrekten Humor steht, der wird an Movie 43 einen Riesenspaß haben. Außerdem bekommt man hier zum vielleicht letzten Mal den pummeligen Chris Pratt zu sehen, der obendrauf auch noch lustiger war, bevor er zum Action-Superstar mit Sixpack mutiert ist. Andy Dwyer, wir werden dich vermissen!

Lockout

„Die Hard im Weltall“. Bäm! Mehr muss man nicht schreiben, um Lockout in wenigen Worten zusammenzufassen. Der Film ist nach einer Idee von Luc Besson entstanden und wurde nicht von einem Regisseur gedreht, nein, es gab gleich zwei. Die Hauptrolle übernimmt Guy Pearce, der charismatisch wie eh und je ist und einen lässigen Spruch nach dem anderen von seinen Lippen lässt. Die Damsel in Distress wird von Maggie Grace gespielt, die viele noch aus LOST und noch mehr Menschen aus der Taken-Trilogie kennen dürften. Mit einer Gesamtspielzeit von 95 Minuten (inklusive Abspann) hat der Film genau die richtige Länge, denn länger hätte der Sci-Fi-Streifen über einen Gefängniseinbruch im Weltall, der später zu einem Gefängnisausbruch wird, auch nicht gehen dürfen.

Independence Day

Und noch einmal Roland Emmerich: Independence Day ist in der Tat einer der Lieblings-Filme des Operators und das hat gleich mehrere Gründe: Zum einen wäre da der grandiose Jeff Goldblum, von dem man einfach nie genug kriegen kann, zum anderen hat der Film hausgemachte Effekte mit vielen Miniaturen und praktischen Tricks. Das hat zur Folge, dass ID4 selbst heute immer noch frisch aussieht und erstaunlich gut gealtert ist. Doch die wichtigste Zutat kommt zum Schluss (na gut, eigentlich sind es zwei wichtige Zutaten): Aliens und die imposante Massenzerstörung von Großstädten auf der ganzen Welt. Und doch ist es wieder mal ein einziges Land, das der ganzen Welt den Arsch rettet: Amerika. Fuck yeah!

Machete

Was als Fake-Trailer zu Grindhouse anfing, wurde aufgrund sehr großer Fan-Nachfrage zu einem eigenen Film: Danny Trejo ist wie geschaffen für die Rolle des Machete, der sich in diesem Rachefilm im B-Movie-Gewand durch fiese Gangster und korrupte Politiker schnetzelt und schießt. Zwischen der Action gibt es dann natürlich noch eine wohlverdiente Auszeit mit heißen Bräuten.

Eine Liebeserklärung an Groundhog Day

Am 02. Februar ist Groundhog Day und auch in diesem Jahr wird der Operator wieder den gleichnamigen Film mit Bill Murray schauen. Nicht etwa nur aus Tradition heraus, sondern auch, weil Groundhog Day ein sehr guter Film ist, den jeder in seinem Leben mindestens 50 Mal (MINDESTENS!) gesehen haben sollte. Und hier sind die Gründe dafür:

  1. Bill Murray: Eigentlich ist damit schon alles gesagt, da Bill Murray eine Bereicherung für jeden Film ist (passend hierzu auch des Operators Ode an Lost In Translation), doch wie er hier den Wandel vom narzisstischen Ekel zum Philanthrop vollführt, ist einfach richtig facettenreich.
  2. Die Moral: Sicher, an erster Stelle ist „Groundhog Day“ eine verdammt lustige Komödie, aber es gibt auch eine Moral, die von ganzem Herzen kommt: Wenn du etwas wirklich willst, dann musst du auch etwas dafür tun und hart dafür kämpfen. Okay, im Fall von Phil sind das knapp 10 Jahre (33 Jahre und 350 Tage, um ganz genau zu sein, aber hier gehen die Meinungen auch auseinander), aber dafür hat es sich auch gelohnt. Vor allem deshalb, weil Phil in dieser Zeit auch nicht wirklich altert, da es eigentlich nur ein Tag ist…
  3. Die Schauspieler: Nicht nur Bill Murray brilliert in seiner Rolle, die restliche Besetzung ist ebenfalls nicht von schlechten Eltern: Egal ob Andie MacDowell als Murrays Schwarm, Chris Elliott als Arbeitskollege, Stephen Tobolowsky als Ned oder Brian Doyle-Murray als Bürgermeister Buster: Kein Charakter ist überflüssig, sondern wichtig für die Geschichte. Und wenn Phil zum x-ten Mal verzweifelt versucht, den Obdachlosen (Les Podewell) vor dem natürlichen Tod zu retten, dann rinnt dem Operator selbst heute immer noch eine Träne über das Gesicht.
  4. Punxsutawney: Die verschlafene Kleinstadt in Pennsylvania ist Sinnbild für die Geborgenheit und Ruhe, nach der sich jeder sehnt. Einfach mal einen Gang herunterschalten und das Leben einfach mal Leben sein lassen, Was wie ein schlechter Spruch aus einem Reisekatalog klingt, wird in der Stadt des Murmeltiers Realität.
  5. Harold Ramis: Zu guter Letzt muss natürlich auch noch Autor und Regisseur Harold Ramis erwähnt werden, der danach leider nie wieder einen so guten Streifen gemacht hat. Allerdings ist dieser Film auch schwer zu toppen und somit ist Groundhog Day nicht nur der beste Film seiner Karriere als Regisseur, gleichzeitig ist er auch sein Vermächtnis, da Ramis leider am 24. Februar 2014 im Alter von 69 Jahren gestorben ist.

Trailer

Für alle, die den Film tatsächlich noch nie gesehen haben: Schämen, Film bei Amazon bestellen (am besten aus UK, da dort das Cover ansprechender ist und man auch den Original-Titel auf der Hülle stehen hat und nicht etwa „Und täglich grüßt das Murmeltier“) und während man auf die Lieferung wartet, diesen Trailer anschauen. 50 Mal. Mindestens:

Opera: Ein zweiter Versuch

Der Operator hat eine ganz besondere Vergangenheit zum Internetbrowser Opera und das nicht nur, weil er vor einigen Jahren mal für das norwegische Unternehmen gearbeitet hat. Nein, Opera war der erste Browser, den der Operator privat genutzt hat, um im Internet zu surfen. Dank der hohen Anpassungsfähigkeit, vielen Komfortfunktionen (Stichwort: Mausgesten!) und dem Underdog-Status hat der Operator den Browser schnell in sein Herz geschlossen. Doch dann änderte sich alles…
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Diese Horrorfilme schaut der Operator an Halloween 2015

Halloween steht vor der Tür und wie fast jedes Jahr veranstaltet der Operator auch dieses Mal einen kleinen Horrorfilmabend. Das bedeutet im Klartext ganz viel Club-Mate, Cola, Pizza, Nachos, Chips, Lakritz und natürlich… Horrorfilme!

© Cristian Iohan ?tef?nescu/Flickr (CC BY 2.0)
© Cristian Iohan Stefanescu/Flickr (CC BY 2.0)

Dieses Jahr will der Operator Filme aus drei verschiedenen Kategorien schauen:

  1. Horror-Klassiker
  2. Splatter
  3. Moderner „Old-School“-Film

Wie immer fiel die Wahl nicht leicht, aber der Operator hat nun seine endgültige Liste an Filmen, die er dieses Jahr anlässlich Halloween sehen will:

Horror-Klassiker: Halloween (1978)

Eigentlich ja langweilig und sehr vorhersehbar, „Halloween“ an Halloween anzuschauen, aber es ist nun schon einige Jahre her, dass der Operator das letzte Mal „Halloweeen“ gesehen hat und welcher Anlass wäre da passender, als Halloween? Richtig, der Operator wusste auch keine bessere Antwort und so fiel die Wahl für den Horror-Klassiker auf „Halloween“ von John Carpenter.

Wer den Film nicht kennt, darum geht es: Michael Myers bricht aus einer psychiatrischen Anstalt aus und kehrt zurück nach Haddonfield, seinem Geburtsort. Dort schnappt er sich sich ein Küchenmesser, eine alte Captain-Kirk-Maske und bringt jeden um, der ihm in die Quere kommt.

Der Film von John Carpenter ist ein atmosphärisches und beklemmendes Werk, das ganze Generationen von Slasher-Filmen geprägt und inspiriert hat.

Splatter: Evil Dead (2013)

Das Original kennt der Operator quasi in- und auswendig, außerdem ist das Remake noch mal eine ganze Ecke blutiger.

Die Handlung ist schnell erzählt: Mia trifft sich mit ein paar Freunden in einer Hütte im Wald, um ein für allemal von Drogen loszukommen und einen kalten Entzug zu machen. Als dann zufällig im Keller verschiedene bizarre Dinge und ein in Stacheldraht verpacktes Buch gefunden wird, geraten die Dinge langsam außer Kontrolle: Trotz mehrerer Warnungen und Hinweise, nicht aus dem jüngst gefundenen Buch vorzulesen, tut Lehrer Eric genau das: Er liest mehrere Textpassagen aus dem Schmöker, der auch als Necronomicon Ex-Mortis und Naturom Demonto bekannt ist, und schwört damit das Böse herauf.

„Evil Dead“ hat alles, was ein guter Splatter-Film braucht: Hausgemachte Effekte und jede Menge Kunstblut! Kurzum: Wer auf Splatter und Gore steht, darf „Evil Dead“ nicht verpassen!

„Old School“: The Conjuring (2013)

2013 war ein gutes Jahr für Horror-Fans, denn neben dem oben genannten „Evil Dead“ erschien auch noch „The Conjuring“: Im Laufe der Jahre haben sich die Sehgewohnheiten (und -stärken, aber das ist ein anderes Thema) des Operators in Sachen Horrorfilme geändert und inzwischen steht er viel mehr auf solche Filme, die gruselig sind. Blut und Eingeweide hat der Operator schließlich schon häufig genug gesehen.

Bei „The Conjuring“ war der Operator anfangs skeptisch, doch seine Skepsis soll unbegründet sein, wie sich nach Sichtung des Films herausstellte: Das Ehepaar Lorraine und Ed Warren untersucht paranormale Ereignisse und wird häufig konsultiert, wenn dunkle Mächte ihr Unwesen treiben. So auch im Fall der Familie Perron, die seit einiger Zeit unheimliche Phänomene in ihrem Haus beobachtet.

„The Conjuring“ ist ein Horrorfilm, der ganz im alten Stil gedreht wurde und auf ein gruseliges Ambiente, Schockmomente und psychischen Horror setzt. Hier wird niemand auf brutale Art abgeschlachtet, stattdessen trieft der Film nur so vor einer unheimlichen Atmosphäre. Sehr sehenswert!

Alternativen

Der Operator ist häufig unentschlossen und manchmal kommt es auch vor, dass er ganz spontan keine Lust auf einen bestimmten Film hat. Doch auch darauf ist er vorbereitet, sozusagen präpariert. Hier daher noch eine illustre Auswahl an Horrorfilmen, die er sich anschauen kann, sollte er auf die obigen drei Filme wider Erwarten doch keine Lust haben. Oder aber es passiert, dass der Operator noch Lust auf weitere Filme hat, nachdem er die drei erstgenannten Streifen angeschaut hat. Alles kann, nichts muss, hier daher noch einige Alternativen, diesmal ganz unkommentiert:

  • Scream (1996)
  • Sinister (2012)
  • House Of 1000 Corpses (2003)
  • 1408 (2007)
  • A Nightmare On Elm Street (1984)
  • Drag Me To Hell (2009)
  • The Thing (1982)
  • Let Me In (2010)

Mit dieser Liste sollte der Operator für Halloween 2015 auf jeden Fall bestens gerüstet sein. Die Vorfreude steigt!

Danger: Finger weg von der neuen FURT-Blu-ray!

Dem Operator bricht es schon fast das Herz, diesen Beitrag verfassen zu müssen, aber was sein muss, muss sein: Am Freitag, den 18. September 2015 erschien endlich die allererste Live-Blu-ray des Farin Urlaub Racing Teams (FURT), welche auf den klangvollen Namen Danger! hört. Doch von einem Kauf kann der Operator leider nur abraten.

Ein Autounfall klingt besser und sieht auch besser aus als die neue FURT-Blu-ray.
Ein Autounfall klingt besser und sieht auch besser aus als die neue FURT-Blu-ray.

Schlechter Sound und mittelmäßiges Bild

Bereits 2009 sollte es ein Live-Konzert auf DVD/Blu-ray geben, doch daraus wurde es leider nicht, weil es bei der Aufnahme technische Probleme mit dem Ton gab. Farin Urlaub stellte daraufhin das Konzert kostenlos unter dem Titel Lass es wie einen Unfall aussehen ins Internet. Bei Danger! sollte nun alles besser werden, doch weit gefehlt! Es gibt auf der Blu-ray nur eine einzige Audio-Tonspur und zwar 2.0 Stereo! Dolby Surround scheint für die Verantwortlichen ein Fremdwort zu sein, anders lässt sich nicht erklären, warum es nicht auch noch alternative 5.1- oder 7.1-Tonspuren auf die Blu-ray geschafft haben. Aber dabei bleibt es leider noch nicht: Selbst die Stereo-Tonspur klingt alles andere als gut: Die Gitarren sind viel zu leise und dem Sound fehlt es an Dynamik. Lass es wie einen Unfall aussehen, der missglückte Konzert-Mitschnitt von 2009 klingt besser als Danger! – die offizielle Blu-ray, die für ungefähr 20 Euro über die Ladentheke geht. Ein absolutes Unding! Im Internet beschweren sich außerdem einige Besitzer, dass der Sound knackt. Und auch das kann der Operator bestätigen: Je nach Soundsystem kann es dazu kommen, dass der Sound übersteuert, knackt und rauscht, wenn man das System nicht auf Stereo umstellt. Aber auch das scheint nicht bei allen Besitzern zu helfen.

Das Bild ist für eine Blu-ray leider auch nur Mittelmaß und lediglich „okay“, aber nicht gut. Um es kurz zu machen: Dem Bild fehlt es oftmals an Schärfe und Details, hin und wieder hat man gar den Eindruck, dass manche Szenen einfach nur hochskaliert und nicht in nativem 1080p vorliegen. Für eine Blu-ray, die im Jahr 2015 erscheint, ist das ein absolutes No-Go!

Auch von außen pfui

Bisherige Veröffentlichungen von die ärzte und Farin Urlaub/FURT sind dafür bekannt, dass sie in aufwendigen Digipacks verpackt sind. Doch als der Operator seine Danger!-Blu-ray aus der Amazon-Versandtasche genommen hat, staunte er nicht schlecht: Ein dünnes Pappheft, mehr kriegt man nicht. Das sieht nicht nur äußerst billig aus, auch die Verarbeitungsqualität ist minderwertig: Links hat man das gleiche Booklet, das auch der Live-CD des Konzerts beiliegt und rechts steckt die Blu-ray in einem Schlitz. Die Rückseite der Blu-ray hat dabei direkten Kontakt mit der Pappe und der Silberling steckt so fest, dass man ihn früher oder später verkratzt, selbst wenn man noch so vorsichtig ist. Und das FSK-Logo auf der Front ist auch fest aufgedruckt und nicht aufgeklebt. Hier wird man anhand der Produktbilder in die Irre geführt, denn dort hat die Blu-ray KEIN FSK-Logo auf der Front.

Finger weg!

Der Operator muss es leider noch mal in aller Deutlichkeit betonen: Kauft euch nicht diese Blu-ray! Wer auch immer diese Veröffentlichung verbrochen hat, gehört geohrfeigt und sollte sich anschließend für mindestens eine Woche zum Schämen in die Ecke stellen. Was hier angestellt wurde, sollte nicht auch noch unterstützt werden. Wer Interesse an dem Konzert hat, sollte lieber zur Live-CD greifen. Der Sound ist hier zwar auch nicht optimal und hörbar schlechter als bei dem 2006 veröffentlichen Livealbum Of Death, da auch hier die Gitarren zu leise sind und die Dynamik fehlt, aber unterm Strich erhält man bei der CD wenigstens ein solides Live-Album in einer schönen Verpackung.

die ärzte: Die 5 besten Alben der besten Band der Welt

Heute vor 22 Jahren (10. September 1993) wurde die Single Schrei nach Liebe von die ärzte veröffentlicht, das erste Lebenszeichen der Band nach der Auflösung im Jahr 1988. Das Lied war nicht nur eine klare Ansage in Richtung Nazi-Abschaum und Rechtsradikalismus, sondern auch des Operators erste Berührung mit der besten Band der Welt. Irgendwann im September 1993 hörte er zum ersten Mal Schrei nach Liebe im Radio und war begeistert von dem Lied und das nicht nur, weil mehrmals das Wort Arschloch vorkommt.

Fotocredit: Nela König
Fotocredit: Nela König

1993 markierte auch gleichzeitig das Jahr, in dem der Operator zum ersten Mal aktiv mit Rock-Musik in Kontakt kam. Das sollte ihn über die kommenden Jahre hinweg noch stark prägen und auch wenn der Operator inzwischen lieber härtere Töne hört, so haben die ärzte doch immer noch einen festen Platz in seinem Herzen und seiner Musiksammlung. Und so freut er sich über jede neue Veröffentlichung der Band aus Berlin (auuuus Berlin!).

Diese eine Liebe wird nie zu Ende geh’n

Dieses geschichtsträchtige Datum, an dem der Operator vom süßen Schicksal geküsst wurde, will er nun zum Anlass nehmen, um euch seine Top 5 DÄ-Alben vorzustellen. Um die Auswahl etwas leichter zu machen, hat er sich nur zwischen Alben entschieden, die bisher in der BFR-Ära* erschienen sind (* BelaFarinRod).

Le Frisur

Ein Konzeptalbum, das vollständig von Frisuren, Bärten und sonstiger Körperbehaarung handelt und in der Rekordzeit von gerade mal zwei Wochen aufgenommen wurde. Ursprünglich als EP geplant, war der kreative Output von die ärzte so hoch, dass ein vollwertiges Album entstanden ist, das nicht nur ziemlich experimentell ist, sondern auch einige der besten DÄ-Songs in der Karriere der Berliner Band beheimatet.

Wirst du mich noch lieben, wenn ich mal kahl bin?

Le Frisur

Anspieltipps:

  • Hair Today, Gone Tomorrow
  • Dauerwelle vs. Minipli
  • Medusa-Man (Serienmörder Ralf)
  • Haar

Runter mit den Spendierhosen, Unsichtbarer!

Wer Probleme mit langen Namen hat, wird es nicht leicht haben, sich diesen Namen des Albums aus dem Jahr 2000 zu merken. Doch nicht nur der Titel des Longplayers ist ungewöhnlich, auch die Verpackung hat es auf sich, denn CD und Booklet stecken in einer blauen Fellhülle. Ziemlich cool, doch die ärzte sind nicht umsonst auch für ihre ausgefallenen CD-Verpackungen bekannt. Bei Runter mit den Spendierhosen, Unsichtbarer! handelt es sich um ein eher konventionelles Rock-Album (im guten Sinne!), das relativ kurzweilig ist und mit Yoko Ono auch den kürzesten Rock-Song der Geschichte hat, der es mit seiner Gesamtlänge von 30 Sekunden sogar ins Guinness-Buch der Rekorde geschafft hat. Respekt!

Glaubst du an die Liebe auf den ersten Blick?

Runter mit den Spendierhosen, Unsichtbarer!

Anspieltipps:

  • Herrliche Jahre
  • Dir
  • Ein Sommer nur für mich
  • Rock Rendezvous

Wir wollen nur deine Seele

Der Operator liebt Live-Alben und so ist es nur wenig verwunderlich, dass es Wir wollen nur deine Seele in die Top 5 geschafft hat. Das Album, das im üppigen Digipack erschienen ist, beinhaltet 2 CDs mit Live-Aufnahmen beliebter Songs und eine kleine 3″-CD mit Sprüchen und Ansagen von die ärzte. Um Platz zu sparen und mehr Sprüche auf die kleine CD packen zu können, spielt der linke und rechte Soundkanal unterschiedliche Sprüche ab.

Ficken!

Wir wollen nur deine Seele

Anspieltipps:

  • Goldenes Handwerk/Punk ist…
  • Hey Huh (in Scheiben)
  • Elke
  • Gute Nacht

Planet Punk

Der Name ist Programm, denn hierbei handelt es sich zweifelsohne um die punkigste Platte (jedenfalls im klassischen Punk-Sinne), die die ärzte bis heute veröffentlicht haben. 3 Akkorde wirken Wunder, so auch auf diesem Album, das der Operator den ganzen Tag lang rauf und runter hören könnte.

Jetzt bekämpfen wir jede Hungersnot mit dem uns gegebenen Nasenbrot.

Planet-Punk

Anspieltipps:

  • Rod Loves You
  • B.S.L.
  • Die traurige Ballade von Susi Spakowski
  • Nazareth

13

Keine Platte von die ärzte hat den Operator so nachhaltig beeinflusst wie 13. Als er Jahre später dank der Biografie Ein überdimensionales Meerschwein frisst die Erde auf erfahren hat, dass es vor dem ersten Lied noch einen Hidden-Track gibt, war er gleich noch begeisterter von dem Album. Tjaha, das Internet gab es in der heutigen Form damals eben noch nicht und auch wenn sich der Operator immer ein wenig gewundert hat, warum sein damaliger CD-Player beim Abspielen des Albums länger als sonst brauchte, hat er sich nichts weiter dabei gedacht. Wie dem auch sei, hier jagt ein Hit den anderen, inklusive des inzwischen von die ärzte verhassten Songs Männer sind Schweine (der Ballermann und das Oktoberfest sind schuld!). Besagtes Lied wurde seit seinem kommerziellen Erfolg von die ärzte auf Live-Konzerten ignoriert, nur bei der „Das Comeback“-Tour 2012 wurde Männer sind Schweine wieder live gespielt, schließlich gehört zu einem Comeback auch der größte Hit der Band.

Die Welt ist mir egal, wenn du dich auf mich setzt.

13

Anspieltipps:

  • Nie gesagt
  • Ignorama
  • Der Graf
  • Nie wieder Krieg, nie mehr Las Vegas!
  • Grotesksong

2-34A
Der Operator Anno 2002/2003 mit Farin-Urlaub-Gedächtnisfrisur. Sexy!

Hinweis: Diesen Artikel hat der Operator bereits im Juli 2015 für eine Veröffentlichung am 10. September 2015 vorgeschrieben, durch die Aktion Arschloch! könnte dieser Beitrag jedoch aktueller nicht sein.

Guilty Pleasures: Teil 2

Manche Filme sind so schlecht, dass sie schon gleich wieder unterhaltsam sind. Und so hat auch der Operator seine Guilty Pleasures, also schlechte Filme, die ihn aber dennoch verdammt gut unterhalten. Anfang 2015 hat er euch bereits seine fünf Favoriten vorgestellt, nun gibt es frischen Nachschub: Vorhang auf für Runde 2!

The Blob

Was ist fett, rot und hat immer Hunger? Nein, die Antwort lautet diesmal nicht „Deine Mudda“, sondern Der Blob. Dieser außerirdische Wackelpudding aus dem All wird größer, je mehr er isst. Also so, wie deine Mudda… Okay, lassen wir das. The Blob aus dem Jahr 1988 ist ein Remake des gleichnamigen Films aus dem Jahr 1958 und 2016 soll es ein weiteres Remake geben, quasi das Remake zum Remake. Doch was macht den Film nun zum Guilty Pleasure des Operators? Zum einen wären da die Schauspieler, dies es zwar gut meinen, ihren Job aber zumindest in diesem Film verfehlt haben. In Kombination mit irrsinnigen Dialogen und aberwitzigen Splatter-Szenen wird dem Zuschauer schon nach wenigen Minuten ein breites Grinsen ins Gesicht gezaubert. So wie Deiner Mudda, nachdem sie… Okay, lassen wir das!

The Fast & The Furious

Was Transformers mit Robotern ist, ist die „Fast & Furious“-Reihe mit Autos: Zwar gibt es deutlich weniger Explosionen als bei Michael Bays Materialschlacht, dafür ist die Handlung der einzelnen Teile aber mindestens ebenso dünn, aber auch deutlich unterhaltsamer, solange man sein Gehirn vor dem Filmgenuss auf Pause stellt. Was als Film über illegale Straßen-Rennen anfing, ist inzwischen zu einer Reihe aus Auto-Gangster-Filmen transformiert (seht ihr, was hier gemacht wurde?) und seit dem fünften Teil gibt es mit Dwayne „The Rock“ Johnson den mitunter charismatischsten aller Muskelmänner gleich obendrauf.

Commando

Kein Film hat so derart viele kultige One-Liner wie diese Action-Perle mit Arnold Schwarzenegger. Darum geht es: Als Black Ops Commando im Ruhestand will John Matrix (ja, richtig gelesen!) eigentlich nur mit seiner Tochter Jenny das friedliche Leben in den Wäldern genießen, doch als Jenny entführt wird, muss sich Matrix ein letztes Mal die bösen Buben und vor allem seinen ehemaligen Kollegen und nun Erzfeind Bennet vorknöpfen. Der perfekte Film, um mal etwas Dampf abzulassen.

Resident Evil

Jetzt ist es raus: Der Operator findet die gleichnamige Reihe zur Videospiel-Serie unterhaltsam. Aber – und das muss hier noch mal mit aller Deutlichkeit gesagt werden – nicht gut! Der Operator hat jedoch ein viel zu großes Herz für Zombies, um die „Resident Evil“-Filme einfach links liegen zu lassen. Waren die ersten drei Teile durchaus noch ganz akzeptabel, wurde es spätestens seit dem vierten Teil richtig absurd. Mit dem sechsten und letzten Teil, der 2016 ins Kino kommen soll, ist aber vorerst Schluss, zumindest mit Milla Jovovich & Co. – ob wir danach eine anspruchsvollere Verfilmung zu Gesicht bekommen werden, steht noch in den Sternen.

Howard The Duck

Erinnert sich noch wer an die Zeit, als es schlechte Marvel-Filme gab? Der Operator mit seinem Elefanten-Gedächtnis tut das sehr wohl und genau aus dieser Zeit stammt Howard The Duck, ein Film über eine Ente, die im Pendant zu Entenhausen lebt und durch einen Unfall auf der Erde landet. Dort muss Howard viele Abenteuer bestehen und obendrauf gibt es auch noch eine interrassische Liebes-Szene zwischen Ente und Mensch. Sexy!

Batman: Arkham Knight – Ein gelungener Abschluss?

Wer den Operator kennt, weiß, dass er großer Batman-Fan ist. Und so hat er natürlich auch die Entwicklung von Batman: Arkham Knight, den (vorerst) letzten Teil der Arkham-Reihe, genau mitverfolgt. Viel wurde im Laufe der Entwicklung angekündigt: Gotham City als Schauplatz, man darf das Batmobil fahren, und vieles mehr. Seit dem 23.06.2015 ist das Spiel nun draußen und der Operator hat es seitdem auf dem PC über 20 Stunden lang gespielt. Dabei sind ihm einige Sachen negativ aufgefallen, die er hier nun näher erörtern möchte.

Achtung: Hier kann und wird es zu Spoilern kommen. Wer das Spiel also noch nicht gespielt hat, sollte nicht mehr weiterlesen.

Batman: Arkham Knight

Gotham City

Als es hieß, der Schauplatz von Batman: Arkham Knight ist Gotham City, war die Freude des Operators groß: Im ersten Teil (Arkham Asylum) beschränkte sich das Geschehen noch auf eine Irrenanstalt, in Arkham City hat man dann einen abgesperrten Teil von Gotham City besucht. In Arkham Origins war man zwar auch in Gotham City, dieses unterschied sich aber im Großen und Ganzen nicht wesentlich von Arkham City, abgesehen von der etwas größeren Spielfläche. In Arkham Knight sollte man also nun endlich das „richtige“ Gotham City besuchen dürfen, doch die Ernüchterung machte sich schon gleich nach dem Intro breit: Gotham City ist nahezu menschenleer, da die Stadt von der Polizei evakuiert wurde. Das ist extrem enttäuschend, denn es gibt zwar natürlich noch Verbrecher, aber trotzdem ist man wieder nur in einer Geisterstadt unterwegs und nicht in einer lebendigen Open-Word-Spielfläche, wie man sie zum Beispiel von GTA V kennt.

Gotham City ist Batmans Stadt.
Gotham City ist Batmans Stadt.

Das Batmobil

Bereits in Arkham Asylum bekam man es kurz zu Gesicht, selbst fahren durfte man es dort aber nicht. Das ändert sich nun mit Arkham Knight und das Batmobil hat zwei verschiedene Modi: Den regulären Auto-Modus und einen Kampfmodus. Problem an der Sache ist, dass das Batmobil viel zu häufig zum Einsatz kommt und es sich so schnell abnutzt. Die Kämpfe gegen feindliche Fahrzeuge sind überdies äußerst repetitiv und verlieren schnell an Faszination. Hinzu kommt noch, dass man als Spieler manchmal schlicht und ergreifend einfach nicht die Freiheit hat, ob man denn nun das Batmobil nutzen oder lieber zu Fuß unterwegs sein will. Das schränkt ziemlich ein und dämpft den Spielspaß doch sehr, vor allem wenn man schon wieder gegen 20 oder mehr Fahrzeuge kämpfen muss. Anders als bei den normalen Kämpfen, die Batman mit seinen Fäusten und Gadgets austrägt, ist hier nahezu keinerlei Taktik gefragt. Schnarch! Als das Batmobil im Laufe des Spiels zerstört wird, hat sich der Operator gar vor Freude die Hände gerieben, aber natürlich (NATÜRLICH!) hat Batman noch ein Ersatz-Mobil in seiner Garage stehen.

Das Batmobil ist ohne Frage cool, kommt aber viel zu häufig vor.
Das Batmobil ist ohne Frage cool, kommt aber viel zu häufig vor.

Der Joker

Der Joker war der Dreh- und Angelpunkt aller bisheriger Arkham-Spiele und das ändert sich auch leider mit Arkham Knight nicht: Zwar ist der Joker am Ende von Arkham City gestorben und wer auf eine Auferstehung gehofft hat, wird leider enttäuscht, dennoch spielt der Joker auch im letzten Arkham-Kapitel eine äußerst wichtige Rolle und zwar als Teil von Batmans Visionen. Versteht mich nicht falsch, der Joker ist ein sehr wichtiger Gegner für Batman und quasi das Negativbild des dunklen Ritters, aber nach drei Teilen hat er sich einfach abgenutzt und auf ein Wiedersehen in Arkham Knight hätte man durchaus verzichten können. Stattdessen hätte man Charaktere wie Two-Face oder auch Scarecrow sowie den titelgebenden Arkham Knight stärker in den Fokus rücken können, aber das ist leider nicht passiert.

Wer ist der Arkham Knight? Der Operator verrät es natürlich nicht!
Wer ist der Arkham Knight? Der Operator verrät es natürlich nicht!
Der Clownprinz des Verbrechens wird zu Beginn des Spiels zwar eingeäschert, ein Wiedersehen gibt es aber dennoch.
Der Clownprinz des Verbrechens wird zu Beginn des Spiels zwar eingeäschert, ein Wiedersehen gibt es aber dennoch.

Die PC-Fassung

Hier wurde ganz großer Mist gebaut und ganz egal, ob es Publisher Warner Bros., Entwickler Rocksteady oder das für die PC-Portierung zuständige Studio Iron Galaxy verbockt hat: Die PC-Version von Batman: Arkham Knight ist in der jetzigen Form eine reine Katastrophe: Unterirdische Performance, ein Framerate-Lock von 30 fps, fehlende Effekte, Abstürze, niedrig aufgelöste Texturen… Die Liste an Problemen ist seitenlang und so ist es kaum verwunderlich, dass Warner Bros. den Verkauf auf Steam inzwischen eingestellt hat. An einer fehlerbereinigten Version wird angeblich bereits fieberhaft gearbeitet, doch warum hat man das nicht gleich so gemacht? Als PC-Käufer gibt man circa 50 Euro für das Spiel aus und da darf man auch einen fehlerfreien Titel erwarten. Dem Operator ist das Spiel bisher zum Glück nur einmal abgestürzt und abgesehen vom FPS-Limit, den schlechten Texturen und fehlenden Effekten konnte er es bisher ohne große Performance-Einbrüche spielen, weshalb er den Titel auch nicht zurückgegeben hat. Aber dennoch: So etwas haben PC-Spieler nicht verdient und Warner Bros. hätte die PC-Fassung lieber um ein oder zwei Monate verschieben sollen, statt den Gamern dieser Welt eine derart unfertige Fassung vor die Füße zu schmeißen.

Selbst Batman ärgert sich über die miserable PC-Fassung.
Selbst Batman ärgert sich über die miserable PC-Fassung.

Fazit

Batman: Arkham Knight ist ein gutes Spiel (und auch die PC-Fassung wird dies irgendwann bestimmt sein), die Ziele von Rocksteady waren aber einfach zu ambitioniert und die Erwartungen zu hoch, um es allen recht zu machen. Besonders das Batmobil ist zu omnipräsent und auf Dauer schlicht langweilig, aber auch der Joker wurde inzwischen zu oft eingesetzt, um noch wirklich begeistern zu können. Die hervorragende (wenn auch etwas vorhersehbare) Story, das Gameplay und die Synchronsprecher (der Operator spielt auf Englisch) entschädigen aber für die Design-Schwächen und so ist Batman: Arkham Knight unterm Strich zwar nicht der krönende Abschluss der Reihe, aber verdammt nah dran. In diesem Sinne: Be the Batman!

Hui, das war knapp!
Hui, das war knapp!
Scarecrow führt Böses im Schilde.
Scarecrow führt Böses im Schilde.
Wer hat Angst vorm Flattermann?
Wer hat Angst vorm Flattermann?
Batman™: Arkham Knight
Entwickler: Rocksteady Studios
Preis: 14,99 €

Jurassic World: Der Park ist eröffnet!

Als der Operator an Silvester 1994 zum ersten Mal Jurassic Park auf VHS gesehen hat, kam er aus dem Staunen nicht mehr raus. Echte Dinosaurier in einem revolutionären Film, der für damalige Verhältnisse perfekt inszeniert wurde. Und selbst heute, 22 Jahre nach dem ersten Teil, kann sich Jurassic Park immer noch sehen lassen und bis auf ein paar wenige Szenen wirken die CGI-Dinos immer noch realistisch. Die Fortsetzung The Lost World: Jurassic Park hat der Operator dann 1997 im Kino gesehen und auch die findet er gut, auch wenn er damit wohl ziemlich alleine steht. Teil 3 war jedoch ein Desaster und obwohl Jurassic Park 4 bereits 2005 erscheinen sollte, sorgten Schwierigkeiten und Unzufriedenheiten mit dem Drehbuch immer wieder dazu, dass sich das Dino-Spektakel verzögert hat. Und zwar um ganze 10 Jahre.

Jurassic World

 

Da ist er also nun, der neueste Teil der Dinosaurier-Reihe. Statt Jurassic Park: Extinction – so der ursprüngliche Arbeitstitel von Jurassic Park 4 – heißt der neueste Ableger der Dino-Saga schlicht Jurassic World und erstmals in der Geschichte der Jurassic-Park-Filmreihe sehen wir den Park in Aktion, inklusive Steakhouse, Bar und Dino-Streichelzoo für die Kleinen. Die Handlung des Films ist schnell zusammengefasst, aber das war sie auch schon beim allerersten Jurassic Park. Darum geht es also: Der Park ist seit 2005 eröffnet und um gegen sinkende Besucherzahlen anzukämpfen, haben sich die Park-Betreiber etwas ganz Besonderes in Form einer neuen Attraktion einfallen lassen: Indominus Rex. Dabei handelt es sich um einen im Labor gezüchteten Dinosaurier-Hybriden, der unter anderem aus der DNA von T-Rex, Velociraptor und Tintenfisch gezüchtet wurde. Indominus Rex bedeutet so viel wie „erbitterter/ungezähmter König“ und optisch erinnert der komplett weiße Dino noch am ehesten an einen übergroßen Tyrannosaurus Rex mit langen Armen. Jedenfalls soll eben dieser Indominus Rex für neue Besucherrekorde sorgen, doch natürlich geht etwas schief und der Dino kann sich aus seinem Stahl- und Beton-Gefängnis befreien und sorgt für Panik, Terror und viel Schaden.

Jurassic Park ist ähnlich zusammengefasst und bei der Rahmenhandlung gleichen sich beide Filme durchaus: Millionär klont Dinos, baut einen Park, etwas geht schief, Dinos brechen aus, Menschen sind in Gefahr. Mehr braucht es nicht, um Jurassic Park aufs Wesentliche herunterzubrechen. Unterschiede gibt es natürlich dennoch, denn bei Jurassic World haben wir dieses Mal einen voll funktionsfähigen Freizeit-Park, quasi Disneyland mit Dinosauriern. Man sieht also zum ersten Mal, wie der Park im eröffneten Zustand aussieht und Menschen auf der ganzen Welt magisch anzieht. Bei Jurassic Park war der namensgebende Park noch nicht eröffnet, stattdessen haben Wissenschaftler quasi die geschlossene Beta-Version des Parks besucht. 22 Jahre später ist John Hammonds Vision endlich auf der Kinoleinwand Realität geworden und als Zuschauer kann man alle Attraktionen von Jurassic World aus nächster Nähe betrachten. Und mal ganz unter uns: Das ist ein Park, den der Operator auf jeden Fall besuchen würde, selbst die schieren Menschenmassen, die sich auf dem Gelände aufhalten, würden ihm nichts ausmachen. Na gut, vermutlich würde der Operator die meiste Zeit im Streichelzoo verbringen und die Baby-Dinos knuddeln, aber das tut hier nichts zur Sache! Selbst eine Ikone wie der sagenumwogene DZGH-ARMY Operator hat einen weichen Kern! Doch genug von mir, zurück zu Jurassic World:

Eine Karte von Jurassic World (http://www.jurassicworld.com/park-map/)
Eine Karte von Jurassic World (http://www.jurassicworld.com/park-map/)

Colin Trevorrow, der Regisseur dieses Films und des Independent-Streifens Safety Not Guaranteed behandelt die Original-Vorlage aus dem Jahr 1993 ehrfürchtig, gibt dem Franchise aber auch eigenständige Impulse, die den Fortsetzungen mitunter gefehlt haben. Aber natürlich gibt es hier und da auch mehrere Szenen, die dem Original Tribut zollen, ohne aber jedoch imitierend zu wirken. Der Operator will hier bewusst nicht spoilern, aber wer beim ersten Jurassic Park die Szene mit dem kranken Triceratops mochte oder auch den allerersten T-Rex-Angriff noch lebendig in Erinnerung hat, wird bei Jurassic World ähnliche Szenen vorfinden, die allerdings mehr als einfach nur eine 1:1-Kopie sind.

Als der Operator den ersten Trailer zu Jurassic World gesehen hat, befürchtete er, dass die dressierten und offenbar gezähmten Velociraptoren plötzlich zu Schoßhunden verkommen sind, aber so ist es zum Glück ganz und gar nicht. Die Mädchen sind immer noch verdammt clever und gefährlich wie eh und je. Dieses Verhältnis zwischen Mensch und Dinosaurier, das auf gegenseitigem Vertrauen basiert, ist aber ein interessantes Element, das in einer bereits bestätigten Fortsetzung sicherlich noch näher beleuchtet wird. Zumindest gibt Jurassic World genügend Hinweise darauf, wie eine Weitererzählung der Geschichte aussehen könnte.

Fazit

Jurassic World hatte ein großes Erbe anzutreten, dies ist dem Film aber eindrucksvoll gelungen. Nicht nur, dass die Geschichte rund um den Dino-Park ins 21. Jahrhundert befördert wird, auch verleiht Jurassic World der Reihe neue Impulse und Denkanstöße. Fans finden es vielleicht schade, dass außer BD Wong und dem T-Rex aus dem ersten Teil sonst niemand aus der ursprünglichen Trilogie dabei ist, aber das ist auch gut so, denn welchen Grund sollten Dr. Ian Malcolm oder Alan Grant haben, den Park, der immerhin schon seit 2005 eröffnet ist, plötzlich noch mal zu besuchen. Es war schon ein geschickter Zug der Filmmacher, bewusst auf neue und frische Charaktere zu setzen, anstatt die alten Protagonisten wieder den gleichen Gefahren auszusetzen. Bryce Dallas Howard, Chris Pratt, Vincent D’Onofrio und auch Jake Johnson passen perfekt in die Welt eines Abenteuers, das vor über 65 Millionen Jahren begonnen hat.

Depressionsromantik

Du bist doch lebensmüde!

Diesen Spruch hört man häufig als Vorwurf von Menschen, wenn sie zum Ausdruck bringen wollen, dass eine andere Person etwas Riskantes oder Törichtes getan hat. Doch wenn man einmal genauer über das Wort lebensmüde nachdenkt, muss man eigentlich zu dem Schluss kommen, dass es in einem vollkommen falschen Kontext verwendet wird.

Ein Mensch, der müde ist, möchte sich schlafen legen, weil er den Wachzustand nicht mehr aushält. Selbst wenn man versucht, sich gegen die Müdigkeit zu wehren, irgendwann wird man doch von ihr übermannt und schläft ein.

Ein lebensmüder Mensch, und ich spreche hier von der Interpretation des Wortes im richtigen Kontext, möchte sich ebenfalls schlafen legen, weil er den Wachzustand des Lebens nicht mehr erträgt. Natürlich steht außer Frage, dass der Schlaf der lebensmüden Person für immer ist, aber genau darum geht es ihr doch auch. Und das hat nichts damit zu tun, dass man riskant oder töricht gehandelt hat, ganz im Gegenteil. Ein lebensmüder Mensch möchte sich zur Ruhe legen und seinen Frieden finden. Und das ist tugendhaft, bedarf einer Menge Mut und sollte von anderen mit dem nötigen Respekt behandelt werden.

Gute Nacht.